Fehlen Wartungsbelege, warten Sie mit dem Kauf. Dasselbe gilt, wenn der Lack an einem Karosserieteil sichtbar abweicht oder der Motor bei der Probefahrt klackert. Bei einem unabhängigen Gebrauchtwagencheck prüft eine Fachperson den technischen Zustand und dokumentiert die Befunde. So können Sie besser entscheiden, ob Sie das Auto kaufen, und fundierter über den Preis verhandeln.
Der Check belegt nicht nachträglich, welche Arbeiten früher am Auto ausgeführt wurden. Klären Sie fehlende Nachweise gesondert. Auch eine technische Untersuchung deckt nicht jeden verborgenen Schaden auf.
Fehlende Unterlagen prüfen
Ein lückenhaftes Serviceheft ist zunächst ein Grund für Nachfragen, aber kein Beweis für einen Defekt oder eine Täuschung. Bitten Sie um Werkstattrechnungen und frühere Prüfberichte. Gibt es ein digitales Serviceheft, lassen Sie sich daraus einen Ausdruck geben. Vergleichen Sie die Kilometerstände in den Unterlagen und prüfen Sie, ob sie in zeitlicher Reihenfolge zusammenpassen.
Stimmen Angaben nicht zusammen oder kann der Verkäufer eine Wartungslücke nicht erklären, lassen Sie das Auto vor dem Kauf fachlich untersuchen. Beim Check kann die Fachperson den aktuellen Zustand von Motor, Bremsen und Fahrwerk beurteilen. Fehlende Wartungseinträge ersetzt er aber nicht. Bleiben Kilometerstände oder Vorschäden ungeklärt, verschieben Sie die Entscheidung. Verweigert der Verkäufer eine Prüfung, sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen.
Lackabweichungen einordnen
Ein anderer Farbton oder matte Stellen können auf eine frühere Reparatur hindeuten. Auch Lacknebel auf benachbarten Teilen und ungleichmäßige Abstände zwischen Karosserieteilen können darauf hinweisen. Fragen Sie den Verkäufer, welche Arbeiten ausgeführt wurden, und bitten Sie um Belege. Ein abweichender Lack beweist für sich genommen weder einen Unfall noch die Schwere eines möglichen Schadens.
Bei konkreten Auffälligkeiten sollte eine Fachperson das Auto vor Ort prüfen. Fragen Sie, ob die Untersuchung die Karosserie und den Unterboden umfasst. Erkundigen Sie sich außerdem, ob eine Lackschichtmessung enthalten ist. Dabei wird die Dicke der Lackschicht gemessen, um Hinweise auf Nachlackierungen zu erkennen. Eine reine Sichtprüfung aus der Entfernung reicht bei Zweifeln an Reparaturqualität oder Vorschäden nicht aus.
Geräusche bei der Probefahrt
Lassen Sie ungewöhnliche Geräusche prüfen. Schleift es beim Bremsen, klackert es beim Lenken oder macht der Motor, das Getriebe oder der Auspuff auffällige Geräusche, zeigt das allein noch nicht, welches Bauteil betroffen ist oder welche Reparatur nötig ist.
Beschreiben Sie das Geräusch möglichst genau. Tritt es bei kaltem oder warmem Motor auf? Achten Sie auch darauf, ob es beim Beschleunigen, Bremsen oder auf Unebenheiten auftritt. Lassen Sie sich nicht mit einer ungeprüften Erklärung zufriedengeben. Eine Probefahrt auf unterschiedlichen Straßen hilft, Geräusche, Vibrationen und Schaltprobleme zu bemerken. Bei auffälligen Beobachtungen sollte eine unabhängige Fachperson das Auto untersuchen, bevor Sie unterschreiben.
Den passenden Check wählen
Der Prüfumfang eines Gebrauchtwagenchecks ist nicht überall gleich. Klären Sie vor der Buchung, ob die Prüfung am Fahrzeug vor Ort stattfindet, ob eine Hebebühne genutzt wird und ob Diagnose, Karosserieprüfung sowie ein schriftlicher Zustandsbericht enthalten sind. Fragen Sie auch, welche Bereiche ausdrücklich nicht geprüft werden.
Ein schriftlicher Bericht macht Befunde leichter nachvollziehbar und kann bei einer Preisverhandlung helfen, ist aber weder eine Kaufempfehlung noch eine Garantie für ein mängelfreies Fahrzeug. Auch eine gründliche Prüfung hat Grenzen, wenn Bauteile nicht zerlegt werden. Die Hauptuntersuchung (HU) ersetzt den Kaufcheck ebenfalls nicht. Sie prüft zum Zeitpunkt der Untersuchung die gesetzliche Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit. Ein Kaufcheck soll zusätzlich den Zustand des Autos und mögliche Vorschäden beurteilen.
Vor dem Vertrag entscheiden
Lassen Sie das Auto, das Sie kaufen möchten, prüfen, solange Sie noch nicht an den Kauf gebunden sind. Nehmen Sie vorhandene Unterlagen und eine Liste Ihrer Beobachtungen mit. Stimmen die Befunde mit den Verkäuferangaben überein, können Sie Reparaturen und Verschleiß besser einplanen. Zeigt der Bericht erhebliche oder ungeklärte Mängel, verhandeln Sie den Preis neu oder brechen Sie den Kauf ab.