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Gebrauchtwagen prüfen

Reifen-Check beim Gebrauchtwagenkauf

Prüfen Sie alle vier Reifen auf Profiltiefe, Alter, Schäden und gleichmäßigen Abrieb. Wenig Profil oder alte Reifen können bald einen Austausch nötig machen. Ungleichmäßiger Abrieb kann auf Probleme mit dem Fahrwerk oder eine falsche Ausrichtung der Räder hinweisen.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Auch darüber zählt die Profiltiefe: Sie zeigt, wie viel Sicherheitsreserve bleibt und wann neue Reifen nötig werden.

Reifenprofil über die ganze Breite prüfen

Messen Sie die Profiltiefe an allen vier Reifen und prüfen Sie die Lauffläche von der inneren bis zur äußeren Reifenkante. Ein Profiltiefenmesser liefert ein genaueres Ergebnis als eine Sichtprüfung. Kleine Stege in den Profilrillen zeigen an, wann der Reifen die gesetzliche Mindesttiefe erreicht.

Der ADAC empfiehlt mindestens 3 Millimeter Profil bei Sommerreifen und 4 Millimeter bei Winterreifen. Für Ganzjahresreifen gelten dieselben Richtwerte, je nachdem, ob Sie sie im Sommer oder Winter nutzen. Die gesetzliche Untergrenze liegt bei 1,6 Millimetern; für den Kaufcheck ist ein höherer Wert sinnvoll. Die ADAC-Gebrauchtwagen-Checkliste empfiehlt, bei weniger als 2,5 Millimetern die Kosten für einen neuen Satz einzuplanen. Diese vorsichtige Kaufempfehlung dient der Kostenplanung und ist keine gesetzliche Grenze.

Bei Sommerreifen können Sie eine 1-Euro-Münze als groben Anhaltspunkt nutzen. Verschwindet der etwa 3 Millimeter breite goldene Rand vollständig im Profil, beträgt die Profiltiefe ungefähr 3 Millimeter oder mehr. Für eine genaue Einschätzung messen Sie mit einem Profiltiefenmesser.

Reifenalter an der DOT-Kennung ablesen

Die vierstellige Kennung auf der Reifenflanke gibt üblicherweise das Herstellungsdatum an: Die ersten beiden Ziffern nennen die Produktionswoche, die letzten beiden das Jahr. Die Kennung 1024 bedeutet zum Beispiel, dass der Reifen in der zehnten Kalenderwoche 2024 hergestellt wurde. Das vollständige Datum steht oft nur auf einer Flanke. Ist es außen nicht zu sehen, prüfen Sie auch die Innenseite.

Für Pkw-Reifen gibt es in Deutschland keine gesetzliche Altersgrenze. Der ADAC empfiehlt, Winterreifen höchstens acht Jahre und Sommerreifen etwa acht bis zehn Jahre zu nutzen. Continental empfiehlt laut ADAC, Reifen nach mehr als zehn Jahren zu ersetzen. Das sind Empfehlungen, keine gesetzlichen Austauschfristen. Ein höheres Alter ist dennoch ein Grund, den Zustand fachlich prüfen zu lassen und Ersatzkosten einzuplanen. Gutes Profil allein belegt nicht, dass ein alter Reifen noch in gutem Zustand ist.

Reifenabrieb und Schäden prüfen

Vergleichen Sie den Verschleiß an der Innenkante und in der Mitte der Lauffläche mit dem an der Außenkante. Ist die innere oder äußere Reifenkante deutlich stärker abgefahren, kann die Ausrichtung der Räder falsch sein. Das Abriebbild beweist allerdings nicht, welches Bauteil betroffen ist. Fragen Sie nach einer Prüfung in der Werkstatt, bevor Sie den Kauf abschließen, und kalkulieren Sie mögliche Reparaturen getrennt vom Reifenpreis.

Achten Sie auch auf Beulen an der Seitenwand, tiefe Risse und Fremdkörper in der Lauffläche. Solche Schäden können einen Austausch erforderlich machen. Frisch geschwärzte Reifenflanken sagen wenig über den Zustand der Reifen aus. Prüfen Sie den Gummi deshalb genau und lassen Sie zweifelhafte Stellen fachlich beurteilen.

Ersatzkosten vor dem Kauf klären

Die Kosten für einen neuen Satz richten sich nach der Reifengröße; auch Modell und Montage beeinflussen den Preis. Lesen Sie die passende Reifengröße am Fahrzeug ab und holen Sie vor dem Kauf konkrete Angebote ein. Rechnen Sie diese Kosten bei Ihrer Kaufentscheidung und in der Preisverhandlung mit ein.

Ein saisonaler Räderwechsel ist eine separate Leistung. Dafür nannte der ADAC häufig Kosten von 100 Euro oder mehr.

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