Beim Kauf eines Gebrauchtwagens bietet der Durchschnittspreis eine erste Orientierung. Er ist der mittlere Preis verschiedener Fahrzeuge und sagt wenig darüber aus, was ein bestimmtes Auto kostet. Baujahr, Kilometerstand, Zustand, Ausstattung und Verkaufsweg beeinflussen den Preis.
Vergleichen Sie ähnliche Fahrzeuge und prüfen Sie das Auto genau. Ein niedriger Preis kann auf Reparaturbedarf hindeuten. Ein hoher Preis ist plausibel, wenn Ausstattung, Zustand und Historie ihn rechtfertigen.
Was ein Durchschnitt aussagt
Der Durchschnitt ist nur ein grober Richtwert, weil sich die einbezogenen Fahrzeuge stark unterscheiden.
Auch der Verkaufsweg beeinflusst den Durchschnitt, weil Händler und Privatpersonen unterschiedliche Autos anbieten. Preisangaben aus Markenhandel, freiem Handel und Privatverkauf lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres vergleichen. Sie belegen auch keinen festen Händleraufschlag für dasselbe Modell.
Drei verschiedene Preisangaben
Viele Käufe oder Angebote fließen in den Durchschnittspreis ein. Ein Bewertungswert schätzt den Preis eines bestimmten Fahrzeugs anhand seiner Daten. Ein Inseratspreis ist der Betrag, den der Verkäufer verlangt. Er zeigt nicht, zu welchem Preis das Auto tatsächlich verkauft wird.
Prüfen Sie bei jeder Preisangabe, worauf sie sich bezieht. Eine ADAC-Preistabelle kann beispielsweise einen Händler-Verkaufspreis für ein unfallfreies, verkehrssicheres Auto mit mindestens zwölf Monaten Restlaufzeit der Hauptuntersuchung und durchschnittlicher Laufleistung ausweisen. Für einen Privatverkauf oder den Ankauf durch einen Händler gelten andere Vergleichswerte. Online-Schätzungen geben ebenfalls nur eine erste Orientierung. Bei der Besichtigung sehen Sie Details, die der Rechner nicht berücksichtigt.
Was den Gebrauchtwagenpreis beeinflusst
Alter und Kilometerstand helfen beim Vergleich, reichen allein aber nicht aus. Marke, Modellgeneration, Motor, Getriebe und Ausstattung bestimmen mit, welche Fahrzeuge als Vergleich passen. Die Modellgeneration bezeichnet die jeweilige Baureihe eines Modells. Achten Sie bei Vergleichsfahrzeugen auf Marke, Motorisierung und Ausstattungslinie. Dieselbe Marke allein genügt für einen passenden Vergleich nicht.
Der tatsächliche Zustand zählt ebenfalls. Lücken in den Wartungsnachweisen oder reparierte Unfallschäden können den Preis beeinflussen. Das gilt auch für verschlissene Reifen oder Bremsen und eine bald fällige Hauptuntersuchung. Prüfen Sie Serviceheft, Rechnungen und HU-Berichte. Fragen Sie nach Unfällen und lassen Sie sich Zusicherungen, etwa zur Laufleistung, schriftlich geben. Für einzelne Mängel gibt es keinen festen Betrag, den Sie bei jedem Fahrzeug abziehen können.
Bei Elektroautos gehört der Zustand der Batterie in die Bewertung. Eine Fachprüfung kann den Zustand der Batterie erfassen. Der dabei ermittelte Wert heißt Gesundheitszustand der Batterie. Ein pauschaler Preisabschlag, der für alle Elektroautos mit einem bestimmten Batteriezustand gilt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Angebote aus einer anderen Gegend oder von einem Händler lassen sich nur bedingt mit einem privaten Inserat vor Ort vergleichen. Wenn Sie bei Modell, Farbe oder Ausstattung flexibel bleiben, finden Sie mehr passende Vergleichsangebote.
So ordnen Sie ein Inserat ein
Gehen Sie beim Preisvergleich in einer festen Reihenfolge vor:
- Suchen Sie einen Orientierungswert für das genaue Modell. Prüfen Sie, ob er einen Händlerverkauf, einen Privatverkauf oder einen Händlerankauf beschreibt.
- Vergleichen Sie Angebote mit ähnlichem Baujahr, Motor, Getriebe, Kilometerstand, Ausstattung und Verkaufsweg. Beziehen Sie möglichst Fahrzeuge aus derselben Region ein.
- Lesen Sie Inseratspreise als Forderungen, nicht als Beleg für tatsächlich gezahlte Preise.
- Prüfen Sie Wartung, Unfallschäden, Hauptuntersuchung, Reifen und Bremsen. Berücksichtigen Sie absehbare Reparaturkosten bei Ihrer Kaufentscheidung.
Ein Beispiel: Zwei Autos desselben Modells und Baujahrs können ähnlich viele Kilometer haben, aber unterschiedlich gepflegt sein. Hat eines vollständige Wartungsnachweise und das andere erkennbare Mängel, erklärt der Durchschnittspreis den Unterschied nicht. Entscheidend ist, was sich am konkreten Fahrzeug belegen und prüfen lässt.