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Garage, Carport oder Straße: Wie der Stellplatz den Autokauf beeinflusst

Ob ein Auto in den Alltag passt, hängt auch von seinem Stellplatz ab. Eine enge Garage schränkt die Fahrzeugmaße ein, ein gemieteter Platz verursacht laufende Kosten und ein Stellplatz am Haus erleichtert das Laden eines Elektroautos. Beziehen Sie deshalb Platzangebot und Parkkosten in die Kaufentscheidung ein.

Messen Sie vor dem Kauf den Stellplatz und prüfen Sie die Gebühren und Parkregeln an Ihrem Wohnort. So finden Sie ein Auto, das sich auch dort bequem nutzen lässt, wo es normalerweise steht.

Parkkosten mitrechnen

Ein eigener Stellplatz kostet je nach Ort und Art unterschiedlich viel. Eine Auswertung von Anzeigen für Stellplätze in 118 deutschen Großstädten und kreisfreien Städten ergab für 2025 eine durchschnittliche Angebotsmiete von 82,53 Euro pro Monat. Das entspricht knapp 990 Euro im Jahr. In Frankfurt am Main lag der Durchschnitt bei 123,90 Euro, in Hamburg bei 110,50 Euro und in Düsseldorf bei 105,35 Euro. Es handelt sich um Angebotspreise für private Parkplätze, nicht um eine Erhebung tatsächlich gezahlter Mieten oder einen reinen Garagenvergleich.

Auch ein Tiefgaragenplatz hat keine einheitliche Miete. Eine Untersuchung von Mietangeboten in 70 Großstädten fand für Bestandswohnungen eine mittlere Monatsmiete von 50 Euro, für Neubauten 70 Euro. Die Werte unterschieden sich je nach Stadt deutlich. Vergleichen Sie deshalb konkrete Angebote in Ihrer Nähe, statt einen bundesweiten Durchschnitt als persönlichen Preis anzusetzen.

Straßenparken ist ebenfalls nicht immer kostenlos. Ein Bewohnerparkausweis kostet je nach Kommune unterschiedlich viel. Eine Übersicht mit Stand Dezember 2025 nannte beispielsweise 75 Euro pro Jahr in Dresden und 360 Euro in Bonn. Gebühren und Regeln können sich ändern; prüfen Sie die aktuellen Angaben Ihrer Stadt. Rechnen Sie außerdem Parkscheine oder die Miete eines Außenstellplatzes ein, falls diese für Ihren Alltag anfallen.

Berücksichtigen Sie neben den ausgewiesenen Gebühren auch den Fußweg zum Auto und die Verfügbarkeit eines Platzes. Wie viel Zeit die Parkplatzsuche kostet, hängt von Straße und Tageszeit ab und lässt sich nicht mit einem allgemeinen Wert beziffern.

Fahrzeugmaße vor Ort prüfen

Bei einer engen Garage zählt die tatsächliche Breite des Autos inklusive Außenspiegel. Die Zulassungspapiere nennen die Breite der Karosserie ohne Spiegel. Wie breit das Auto mit Außenspiegeln ist, hängt vom Modell ab. Bei einer schmalen Einfahrt oder Garage kann das entscheidend sein.

Messen Sie die nutzbare Breite und Länge der Garage sowie die Einfahrt. Vergleichen Sie die Werte mit den Herstellerangaben für das konkrete Fahrzeugmodell. Lassen Sie zusätzlich Platz, damit Sie die Türen öffnen und ein- und aussteigen können. Ein Auto, das gerade noch hineinpasst, ist im Alltag unpraktisch, wenn die Fahrertür kaum aufgeht.

Bei Duplex-Garagen stehen zwei Fahrzeuge auf beweglichen Plattformen übereinander. Achten Sie dort auch auf Höhe und Gewicht. Die zulässigen Maße unterscheiden sich je nach Anlage. Orientieren Sie sich an den Angaben zu Ihrer Garage, nicht an allgemeinen Richtwerten. Klären Sie die zulässigen Maße vor dem Kauf mit der Hausverwaltung oder dem Betreiber.

Schutz und Laden am Stellplatz

Eine Garage und ein Carport schützen das Auto vor direktem Wetter. Bei Hagel empfiehlt der ADAC, das Fahrzeug nach Möglichkeit unterzustellen. Hagel kann Dellen und Glasschäden verursachen. Daraus lässt sich jedoch keine feste Ersparnis ableiten, die eine Garage im Durchschnitt bringt. Auch ein Carport bietet keinen vollständig geschlossenen Schutz.

Ein Dach kann außerdem den Einstieg und das Einladen bei Regen oder Schnee angenehmer machen. Die Wirkung bei Hitze hängt von der konkreten Situation ab. Ein ADAC-Test zu einer Halbgarage ergab für das getestete Fahrzeug eine niedrigere Temperatur als ohne Sonnenschutz. Dieser Messwert lässt sich nicht auf Garagen oder Carports übertragen.

Ein fester Stellplatz am Haus ist besonders hilfreich, wenn Sie ein Elektroauto zu Hause laden möchten. Eine Wallbox, also eine fest installierte Ladestation, lässt sich laut ADAC an einer Garage, einem Carport oder einem Außenstellplatz installieren. Am Straßenrand ist keine eigene Wallbox möglich. Lassen Sie vorher eine Fachkraft prüfen, ob der Stromanschluss ausreicht, die Entfernung zur Hauselektrik passt und Erdarbeiten nötig sind.

Stellplatz Was dafür spricht Was Sie vor dem Autokauf prüfen sollten
Garage Überdachung und geschlossener Stellplatz; eine Wallbox kann dort installiert werden Innenmaße, Zufahrt, Türöffnung und bei Duplexanlagen auch Höhe und Gewicht
Carport Überdachung; kann als Standort für eine Wallbox infrage kommen Nutzbare Maße, Zufahrt und Stromanschluss
Straße oder Außenstellplatz Kein eigener Garagenraum nötig; die Kosten hängen vom Wohnort ab Parkgebühren, örtliche Regeln, Verfügbarkeit und Entfernung zum Haus

Welche Stellplatzart passt, hängt davon ab, was an Ihrem Wohnort verfügbar ist und was Sie im Alltag brauchen.

Stellplatz vor dem Autokauf prüfen

Wenn Sie regelmäßig in eine enge Garage fahren, prüfen Sie die Maße des Wunschautos vor der Probefahrt. Parken Sie es nach Möglichkeit auch am eigenen Stellplatz und testen Sie, ob Sie bequem aussteigen können. Prüfen Sie die Maße auch bei einem Carport, besonders wenn Pfosten oder eine schmale Zufahrt den Platz begrenzen.

Wenn Sie auf der Straße parken, vergleichen Sie die örtlichen Gebühren und Regeln mit der Miete eines Stellplatzes. Berücksichtigen Sie dabei auch den Fußweg und die Frage, ob in Ihrer Straße abends meist ein Platz frei ist. Wenn Sie ein Elektroauto kaufen möchten, klären Sie vorher, ob sich eine Wallbox installieren lässt und Sie regelmäßig zu Hause laden können.

Eine Garage oder ein Carport senkt nicht automatisch die Versicherungsprämie. Auch die tatsächliche Schutzwirkung und eine mögliche Verringerung von Schäden lassen sich nicht pauschal beziffern. Nutzen Sie Überdachung daher als praktischen Vorteil, ohne daraus eine garantierte Kostenersparnis abzuleiten.

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