Während der Nutzung verliert ein Auto an Marktwert. Der Wertverlust entspricht der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem voraussichtlichen Verkaufserlös. Planen Sie mit dem geschätzten Wert Ihres Autos am Ende der Haltedauer statt mit einem pauschalen Prozentsatz.
Schätzen Sie den Wertverlust für den Zeitraum, in dem Sie das Auto behalten wollen. Der Verkaufspreis hängt vom Alter und der Laufleistung des Autos ebenso ab wie von seinem Zustand und der Nachfrage. Da sich der Gebrauchtwagenmarkt verändert, ist eine Preisspanne realistischer als eine einzelne Zahl.
Wertverlust berechnen
Die Grundrechnung ist einfach:
Wertverlust insgesamt = gezahlter Kaufpreis − erwarteter Verkaufserlös
Teilen Sie das Ergebnis durch die geplante Haltedauer in Monaten. So erhalten Sie den durchschnittlichen monatlichen Wertverlust. Der Jahreswert ergibt sich, wenn Sie das Ergebnis durch die Haltedauer in Jahren teilen. Für den prozentualen Verlust teilen Sie den Gesamtverlust durch den Kaufpreis und multiplizieren das Ergebnis mit 100.
Setzen Sie als Ausgangspunkt den tatsächlichen Kaufpreis an, nicht automatisch den früheren Listenpreis. Legen Sie außerdem fest, welchen Verkaufserlös Sie schätzen: Ein Händler zahlt beim Ankauf in der Regel einen anderen Preis, als ein Händler später beim Verkauf verlangt. Auch ein privater Verkauf kann einen anderen Erlös bringen. Vergleichen Sie daher nur Preisangaben, die sich auf dieselbe Verkaufsart beziehen.
Alter und Laufleistung einordnen
Bei Neuwagen fällt ein großer Teil des Wertverlusts in die ersten Jahre. Grobe Richtwerte setzen den Wertverlust im ersten Jahr bei etwa 20 bis 25 Prozent an. Für längere Zeiträume gibt es ebenfalls verschiedene Schätzungen. Sie beruhen auf unterschiedlichen Berechnungen und ergeben keine feste Wertverlustkurve für jedes Auto. Modell, Kaufpreis und Marktbedingungen können den Wertverlust deutlich verändern.
Bei Gebrauchtwagen hängt der Preis ebenfalls vom Alter ab, doch das Alter allein reicht für eine Schätzung nicht. Ein niedriger Kilometerstand stützt den Wert meist, während eine hohe Laufleistung den Kreis möglicher Käufer einschränken kann. Eine feste Umrechnung in Euro pro zusätzlichem Kilometer gibt es für alle Modelle und Altersgruppen nicht.
Schätzen Sie deshalb, wie viele Kilometer das Auto bis zum geplanten Verkauf zurücklegen wird. Schätzen Sie anschließend den Preis eines möglichst vergleichbaren Autos mit ähnlichem Alter und Kilometerstand. Ein Gebrauchtwagenpreisrechner kann dafür einen ersten Richtwert liefern, ersetzt aber keine Prüfung des konkreten Autos.
Zustand und Wartung prüfen
Ein gepflegtes Auto mit nachvollziehbaren Wartungsnachweisen lässt sich besser einschätzen als eines mit unklarer Vorgeschichte. Schäden und starke Gebrauchsspuren drücken den Preis. Das gilt auch für verschlissene Teile und anstehende Reparaturen. Wartungsbelege helfen Interessenten, den Zustand und die Pflege des Autos einzuschätzen.
Prüfen Sie bei der Kalkulation, welche Arbeiten bis zum Verkauf voraussichtlich anstehen. Ein Onlinewert bildet optische und technische Mängel nicht immer vollständig ab. Bei einem Fahrzeug mit erheblichen Schäden oder unklarer Historie ist eine Besichtigung durch eine sachkundige Fachperson oder ein Gutachten aussagekräftiger als ein pauschaler Rechnerwert.
Nachfrage verändert den Verkaufspreis
Beliebte Modelle und gefragte Ausstattungsvarianten halten ihren Wert eher, wenn viele Käufer danach suchen und das Angebot knapp ist. Die Nachfrage unterscheidet sich je nach Region und Jahreszeit. Auch der Antrieb beeinflusst sie. Auch bei gebrauchten Elektroautos unterscheidet sich die Wertentwicklung je nach Fahrzeuggröße und Preissegment. Daraus lässt sich keine allgemeine Regel für alle Elektroautos ableiten.
Nutzen Sie für Ihre Schätzung mehrere aktuelle Vergleichswerte und behandeln Sie sie als Spanne. Achten Sie darauf, dass Modellvariante, Erstzulassung, Kilometerstand und Preisart möglichst gut übereinstimmen. Eine Prognose für ein Modell trifft nur auf die angegebenen Bedingungen zu, etwa auf eine bestimmte Haltedauer und Laufleistung.
Haltedauer in die Rechnung aufnehmen
Der erwartete Verkaufspreis muss zum Zeitpunkt passen, an dem Sie das Auto abgeben wollen. Schätzen Sie also dessen Alter und Kilometerstand am Verkaufsdatum, statt nur den heutigen Marktwert vom Kaufpreis abzuziehen. Wenn Sie unsicher sind, vergleichen Sie zwei Haltedauern: etwa einen früheren und einen späteren Verkauf.
Bei längerer Haltedauer verteilt sich der Wertverlust rechnerisch auf mehr Monate. Gleichzeitig können bei älteren Fahrzeugen Reparaturen und Ausfälle zunehmen. Planen Sie diese Kosten getrennt vom Wertverlust ein, damit Sie beide Posten sehen und nicht miteinander verwechseln.
Ermitteln Sie den heutigen Marktwert eines vergleichbaren Autos und schätzen Sie Alter und Laufleistung zum geplanten Verkaufszeitpunkt. Berücksichtigen Sie Zustand und Nachfrage, vergleichen Sie mehrere Angebote und setzen Sie einen niedrigen und einen hohen möglichen Verkaufspreis an. Diese Spanne zeigt, wie stark der geschätzte Restwert Ihre monatliche Kalkulation beeinflusst.