Bei der Autofinanzierung zählen die Monatsraten, die Gesamtkosten und die Belastung für Ihr Budget. Beziehen Sie deshalb Anzahlung, Laufzeit und eine mögliche Schlussrate in den Vergleich ein.
Vergleichen Sie Angebote für dasselbe Auto und denselben Finanzierungsbedarf. Eine niedrige Monatsrate ergibt sich häufig aus einer längeren Laufzeit oder einer hohen Schlussrate. Beides kann die Gesamtkosten erhöhen oder am Ende eine größere Zahlung erfordern.
Gesamtkosten der Autofinanzierung berechnen
Der gesetzliche Gesamtbetrag eines Verbraucherdarlehens umfasst den Nettodarlehensbetrag, also die geliehene Summe, zuzüglich der Kreditkosten. Eine Anzahlung ist darin nicht enthalten. Auch Kosten für zusätzliche Leistungen können außerhalb des Kredit-Gesamtbetrags liegen.
Um Ihre tatsächlichen Gesamtausgaben zu berechnen, addieren Sie:
Anzahlung + alle Monatsraten + Schlussrate + zusätzliche Kosten, die in den Kreditangaben noch nicht enthalten sind
Achten Sie darauf, Kosten nicht doppelt zu zählen. Prüfen Sie im Angebot, welche Gebühren und Zusatzleistungen bereits im ausgewiesenen Gesamtbetrag stecken. So erkennen Sie, wie viel Sie insgesamt für das Auto und die Finanzierung zahlen.
Monatsrate und Laufzeit vergleichen
Die Monatsrate zeigt, wie stark die Finanzierung Ihr laufendes Budget belastet. Allein sagt sie wenig darüber aus, welches Angebot günstiger ist. Bei gleichem Kreditbetrag und Zinssatz sinkt die Rate in der Regel, wenn sich die Laufzeit verlängert. Dafür zahlen Sie länger Zinsen.
Vergleichen Sie zunächst Angebote mit gleicher Laufzeit und gleicher Anzahlung. Wenn sich die Laufzeiten unterscheiden, vergleichen Sie die Gesamtsummen jeweils separat.
Wählen Sie eine Laufzeit, die zu Ihrer geplanten Nutzung des Autos passt. Eine lange Laufzeit senkt zwar die monatliche Belastung, bindet Sie aber länger an den Kredit. Prüfen Sie auch, ob die Rate tragbar bleibt, wenn sich Ihre Einnahmen verringern oder unerwartete Ausgaben entstehen.
Anzahlung abwägen
Eine höhere Anzahlung senkt den Betrag, den Sie leihen müssen. Dadurch können auch Monatsrate und Zinskosten sinken. Das Geld steht Ihnen danach jedoch nicht mehr als Reserve für Reparaturen, einen Einkommensausfall oder andere unerwartete Ausgaben zur Verfügung.
Vergleichen Sie Angebote zuerst mit derselben Anzahlung. Danach können Sie prüfen, wie sich eine andere Anzahlung auf Rate und Gesamtkosten auswirkt. Setzen Sie dabei nur so viel eigenes Geld ein, dass ein ausreichender finanzieller Puffer bleibt.
Schlussrate einplanen
Bei einer Finanzierung mit Schlussrate zahlen Sie während der Laufzeit niedrigere Raten und begleichen am Ende einen größeren Betrag. Diese Schlussrate gehört vollständig in den Kostenvergleich. Klären Sie vor Vertragsabschluss, wie Sie sie bezahlen wollen, etwa aus Ersparnissen oder durch den Verkauf des Autos.
Reicht das Geld am Laufzeitende nicht, brauchen Sie eine Anschlussfinanzierung. Dafür gelten dann die Konditionen, die zu diesem Zeitpunkt angeboten werden. Rechnen Sie nicht fest mit einem bestimmten Zinssatz oder damit, dass eine neue Finanzierung sicher zustande kommt. Ob eine Ballonfinanzierung günstiger ist als ein klassischer Ratenkredit, hängt von den konkreten Raten, der Schlussrate, dem Zinssatz und den tatsächlichen Gesamtausgaben ab.
Effektivzins und Zusatzkosten
Der effektive Jahreszins bezieht neben dem Sollzins bestimmte Kreditkosten ein und eignet sich deshalb besser zum Vergleich als der Sollzins allein. Prüfen Sie trotzdem auch die übrigen Vertragsangaben. Bestimmte Zusatzleistungen, etwa eine nicht verpflichtende Versicherung, können außerhalb der Berechnung liegen.
Der beworbene Zinssatz gilt nicht zwingend für Ihr persönliches Angebot. Manche Zinssätze richten sich nach Ihrer Bonität, also der Einschätzung Ihrer Kreditwürdigkeit. Vergleichen Sie deshalb möglichst konkrete Konditionen, die Ihnen tatsächlich angeboten wurden. Prüfen Sie außerdem, ob der Abschluss zusätzlicher Produkte verlangt wird und welche Kosten dabei entstehen.
Angebote nebeneinanderlegen
Für einen fairen Vergleich brauchen Sie dieselben Ausgangsbedingungen. Dazu gehören Preis und Ausstattung des Autos sowie Anzahlung, Nettodarlehensbetrag und Laufzeit. Notieren Sie für jedes Angebot den effektiven Jahreszins, den Kredit-Gesamtbetrag, die Monatsrate und eine mögliche Schlussrate. Addieren Sie anschließend alle Zahlungen und zusätzlichen Kosten, die noch nicht enthalten sind.
Leasing und gewerbliche Finanzierungen haben eigene Vertragsbedingungen. Vergleichen Sie sie daher nicht direkt mit einem privaten Autokredit. Bei einem Verbraucherdarlehen müssen die Informationen, die Sie vor Vertragsabschluss erhalten, unter anderem Nettodarlehensbetrag und effektiven Jahreszins aufführen. Darin müssen auch Laufzeit, Teilzahlungen und Gesamtbetrag stehen. Fragen Sie beim Anbieter nach, wenn Beträge fehlen oder unklar sind.