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Auto kaufen: So ermitteln Sie Bedarf und Budget

Klären Sie zuerst, wofür Sie das Auto im Alltag brauchen und wie viel Sie dauerhaft dafür ausgeben können. Rechnen Sie neben dem Kaufpreis auch den Wertverlust sowie Energie, Versicherung und Steuer ein. Planen Sie außerdem Wartung und Reparaturen ein; gegebenenfalls kommen Finanzierungskosten hinzu.

Wenn Sie wissen, wie Sie das Auto nutzen und welche Gesamtkosten anfallen, können Sie passende Fahrzeuge vergleichen. So sehen Sie, wie viel sie tatsächlich kosten, auch wenn Kaufpreis oder Monatsrate niedrig sind.

Bedarf im Alltag klären

Notieren Sie zunächst, wie Sie das Auto tatsächlich nutzen: Wie viele Kilometer fahren Sie im Jahr? Überwiegen kurze Wege, Pendelstrecken oder längere Autobahnfahrten? Wie viele Personen fahren regelmäßig mit, und welches Gepäck muss häufig hinein? Diese Antworten helfen bei der Fahrzeuggröße und beim Antrieb.

Prüfen Sie auch, was Sie im Alltag transportieren oder ziehen müssen. Dazu zählen Kindersitze, Kinderwagen, Sportausrüstung, Haustiere oder ein Anhänger. Bei Anhängerbetrieb müssen Sie die zulässige Anhänge- und Stützlast des konkreten Fahrzeugs prüfen. Wenn Sie regelmäßig in einer engen Garage oder auf einem kleinen Stellplatz parken, gehören Außenmaße und Wendekreis ebenfalls auf die Liste.

Ordnen Sie Ihre Anforderungen nach ihrer Bedeutung:

  • Muss: Eigenschaften, die Sie regelmäßig brauchen, etwa ausreichend Platz für Kindersitze oder ein bestimmtes Maß an Stauraum
  • Soll: sinnvolle Wünsche, die den Alltag erleichtern
  • Kann: Extras, auf die Sie bei einem passenden Angebot verzichten würden

Vergleichen Sie anschließend konkrete Fahrzeuge: Passt der Kinderwagen durch die Kofferraumöffnung? Können Mitfahrende bequem einsteigen? Lassen sich die benötigten Kindersitze montieren? Prüfen Sie jedes Fahrzeug selbst, denn die Karosserieform zeigt nicht, ob es zu Ihren Anforderungen passt.

Gesamtkosten berechnen

Der Kaufpreis zeigt nur einen Teil der Belastung. Addieren Sie für den Vergleich die voraussichtlichen Kosten über die geplante Haltedauer und teilen Sie die Summe durch die Zahl der Monate, um einen monatlichen Richtwert zu erhalten, der laufende Ausgaben und Wertverlust berücksichtigt.

Kostenposten Was Sie einplanen
Wertverlust Kaufpreis abzüglich des voraussichtlichen Verkaufserlöses
Energie Kraftstoff oder Strom entsprechend Ihrer Jahresfahrleistung
Versicherung und Steuer Kosten für das konkrete Fahrzeug und Ihren Wohnort
Wartung und Reparaturen Inspektionen, Verschleißteile und mögliche Reparaturen
Reifen Ersatz und gegebenenfalls saisonaler Wechsel
Weitere Ausgaben Zum Beispiel Stellplatz- und Parkkosten
Finanzierung Zinsen und Gebühren zusätzlich zur Rückzahlung des Kaufpreises

Der Wertverlust zählt zu den großen Kostenposten. Schätzen Sie deshalb nicht nur den Kaufpreis, sondern auch, welchen Verkaufserlös Sie nach Ihrer geplanten Haltedauer erwarten. Eine genaue Vorhersage ist nicht möglich. Für den Vergleich reicht eine nachvollziehbare Schätzung. Verwenden Sie für alle Fahrzeuge dieselben Maßstäbe.

Der ADAC veröffentlicht als Orientierung Kostenberechnungen für viele Modelle. Sie gelten für fünf Jahre und eine angenommene Fahrleistung. Die Berechnungen berücksichtigen unter anderem den Wertverlust sowie Energie, Versicherung und Steuer. Auch Wartung und Reifen sind einbezogen. Die Annahmen passen nicht automatisch zu Ihrer Fahrleistung oder Ihrem persönlichen Versicherungsvertrag. Außerdem sind Finanzierungszinsen in den Standardrechnungen nicht enthalten.

Legen Sie anhand Ihres Haushaltsbudgets fest, wie viel Sie für das Auto ausgeben können. Ziehen Sie von den regelmäßigen Nettoeinnahmen Ihre laufenden Ausgaben, Rücklagen für unregelmäßige Rechnungen und geplante Sparbeträge ab. Mit dem verbleibenden Betrag müssen Sie die Autokosten bezahlen können und zugleich genug Rücklagen für unerwartete Ausgaben behalten. Eine allgemeingültige Einkommensquote, die für alle Haushalte passt, gibt es dafür nicht.

Vergleichen Sie bei einer Finanzierung neben der Monatsrate auch die Laufzeit. Beziehen Sie ebenso den Gesamtbetrag und die effektiven Kosten ein. Eine niedrige Rate kann mit einer längeren Laufzeit oder einer hohen Schlussrate verbunden sein. Die Rate muss über die gesamte Vertragsdauer in Ihr Budget passen. Rechnen Sie zusätzlich die laufenden Autokosten ein, denn die Kreditrate deckt weder Versicherung noch Energie oder Reparaturen ab.

Antriebe und Modelle vergleichen

Benziner, Diesel, Hybrid und Elektroauto unterscheiden sich bei Anschaffung und laufenden Kosten. Der Energieverbrauch allein entscheidet nicht über die günstigste Wahl. Auch Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und die jährliche Fahrleistung zählen.

Beim Elektroauto hängt die Rechnung besonders davon ab, wo Sie laden. Klären Sie, ob Ihnen ein Ladeplatz zu Hause oder am Arbeitsplatz zur Verfügung steht und wie oft Sie unterwegs laden müssen. Vergleichen Sie die tatsächlich verfügbaren Tarife an Ihrem Wohnort. Kostenvergleiche rechnen mit unterschiedlichen Strompreisen und Anteilen für die verschiedenen Lademöglichkeiten. Die Ergebnisse dienen deshalb nur zur Orientierung.

Vergleichen Sie zwei bis vier Fahrzeuge, die Ihre Muss-Anforderungen erfüllen. Setzen Sie für alle dieselbe Jahresfahrleistung und Haltedauer an und achten Sie auf eine vergleichbare Ausstattung. Lassen Sie sich vor dem Kauf die Versicherungskosten für das konkrete Modell nennen und berechnen Sie die Kfz-Steuer für das jeweilige Fahrzeug. Bei einer Finanzierung ergänzen Sie die Zinsen selbst.

Fahrzeuge vor dem Kauf prüfen

Machen Sie eine Probefahrt auf Strecken, die zu Ihrem Alltag passen. Prüfen Sie, ob die Sitzposition für Sie passt und Sie gut sehen. Achten Sie auch auf die Bedienung und den Fahrkomfort. Legen Sie Ihr übliches Gepäck ins Auto und testen Sie Kindersitze oder Fahrradträger, wenn Sie sie regelmäßig nutzen. Bei einem Elektroauto sollte die Reichweite zur längsten typischen Fahrt passen; bei einem gebrauchten Fahrzeug hilft eine Probefahrt, den Zustand im Alltag einzuschätzen.

Besichtigen Sie einen Gebrauchtwagen vor Vertragsabschluss und fahren Sie ihn zur Probe. Lassen Sie sich Fahrzeugunterlagen, Hauptuntersuchungsberichte und Reparaturrechnungen zeigen. Bei einem gebrauchten Elektroauto sollten Sie zusätzlich klären, welche Informationen zum Zustand der Batterie vorliegen. Es gibt keinen einheitlichen Batteriewert, der bei allen Modellen und Kaufpreisen über die Eignung entscheidet.

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