Beim Autovergleich zählt mehr als der Kaufpreis: Über die Haltedauer fallen Kosten für Energie und Versicherung sowie für Steuer, Wartung und Reparaturen an. Zugleich verliert das Auto an Wert. So sehen Sie, was das Auto Sie insgesamt kostet.
Vergleichen Sie die Autos bei gleicher Haltedauer und Fahrleistung. Ziehen Sie den erwarteten Verkaufserlös ab und teilen Sie die Gesamtkosten durch die Zahl der Monate oder Kilometer. So erkennen Sie, welches Auto zu Ihrem Alltag und Budget passt.
Gesamtkosten berechnen
Für eine faire Rechnung legen Sie zuerst fest, wie lange Sie das Auto behalten und wie viele Kilometer Sie in dieser Zeit fahren wollen. Verwenden Sie für jedes Modell dieselben Annahmen. Für seine Übersicht für Frühjahr und Sommer 2026 legt der ADAC einheitliche Annahmen zugrunde. Diese müssen nicht zu Ihrer Nutzung passen.
Die Gesamtkosten berechnen Sie so:
Gesamtkosten = Kaufpreis nach Rabatt + Finanzierungskosten + laufende Kosten + Wartung, Reparaturen und Reifen − erwarteter Verkaufserlös
Zu den laufenden Kosten zählen Energie, Versicherung, Kfz-Steuer und regelmäßige Ausgaben wie ein Stellplatz. Teilen Sie die Gesamtkosten durch die Zahl der Monate, um die monatlichen Kosten zu berechnen. Für die Kosten pro Kilometer teilen Sie sie durch die gesamte Fahrleistung.
Achten Sie darauf, den Kaufpreis nicht doppelt zu zählen. Wenn Sie den Wertverlust als Kaufpreis minus Verkaufserlös berechnen, dürfen Sie nicht zusätzlich den vollen Kaufpreis als weiteren Kostenposten ansetzen. Finanzierungskosten kommen hinzu, falls Sie einen Kredit aufnehmen. Die standardisierte ADAC-Rechnung berücksichtigt keine Zinsen.
Kaufpreis und Wertverlust
Setzen Sie beim Kaufpreis den tatsächlichen Preis des konkreten Angebots ein. Dazu gehören die gewählte Ausstattung sowie Überführung und Zulassung. Der Rabatt senkt Ihre Kosten. Der Listenpreis allein zeigt nicht, was das Auto Sie über die gesamte Haltedauer kostet.
Der Wertverlust ist die Differenz zwischen Ihrem Kaufpreis und dem erwarteten Verkaufserlös. Er hängt unter anderem von Modell, Alter, Laufleistung, Zustand und Markt ab. Orientieren Sie sich bei Ihrer Schätzung an Gebrauchtwagenbewertungen oder Prognosen. Vergleichen Sie mehrere Einschätzungen, wenn der Restwert einen großen Teil des Ergebnisses ausmacht. Die Prognose ist keine Zusage für den Verkaufspreis in einigen Jahren.
Auch allgemeine Marktdaten lassen sich nicht direkt auf ein einzelnes Auto übertragen. Die Deutsche Automobil Treuhand ermittelte für drei Jahre alte Gebrauchtwagen, die der Handel im März 2025 an Endverbraucher verkaufte, durchschnittlich noch 64 Prozent des früheren Neupreises für Benziner, 62,7 Prozent für Diesel und 51,5 Prozent für Elektroautos. Diese Werte beschreiben die jeweilige Fahrzeuggruppe zu diesem Zeitpunkt. Sie sagen nicht voraus, welchen Preis ein bestimmtes Modell später erzielt.
Laufende Kosten vergleichen
Berechnen Sie den Energiebedarf aus Ihrem geplanten Kilometerstand und dem Verbrauch des konkreten Modells. Bei Benzinern und Dieseln berechnen Sie die Kraftstoffkosten, bei Elektroautos die Stromkosten. Die Kosten für ein Elektroauto unterscheiden sich je nachdem, ob Sie zu Hause, mit eigenem Solarstrom oder an öffentlichen Ladesäulen laden.
Ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale setzt für ein Elektroauto 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde an. Das ergibt 7 Euro Energiekosten je 100 Kilometer. Bei einem Benzinauto mit 8 Litern je 100 Kilometer und einem Literpreis von 1,69 Euro sind es 13,52 Euro. Der Vergleich betrifft nur die Energie. Anschaffung, Wertverlust, Versicherung und Wartung sind darin nicht enthalten.
Rechnen Sie für beide Fahrzeuge Ihre voraussichtlichen Versicherungsbeiträge und die Kfz-Steuer hinzu. Modellwerte aus Vergleichsrechnern beruhen auf bestimmten Annahmen und müssen nicht Ihrem persönlichen Tarif entsprechen. Bei einem Elektroauto sollten Sie außerdem berücksichtigen, wie viel Sie zu Hause und an öffentlichen Ladesäulen laden, statt mit einem einzigen Durchschnittspreis zu rechnen.
Wartung und Reparaturen einplanen
Wartungskosten hängen vom Modell, den vorgeschriebenen Intervallen und der Werkstatt ab. Berücksichtigen Sie Inspektionen und typische Verschleißteile. Planen Sie auch Reifen sowie einen Puffer für Reparaturen ein. Fragen Sie bei Werkstätten nach schriftlichen Kostenvoranschlägen, wenn Sie zwei konkrete Modelle vergleichen. So erhalten Sie Preise, die besser zu Ihrem Wohnort und Ihrer Werkstattwahl passen als allgemeine Durchschnittswerte.
Ein geringerer Wartungsaufwand eines Elektroautos führt nicht automatisch zu niedrigeren Gesamtkosten. Bei einer ADAC-Stichprobe kosteten die angefragten Inspektionen für untersuchte Elektroautos von BMW, Mercedes, Volkswagen und Hyundai im Schnitt weniger als die Inspektionen der jeweiligen Verbrenner. Bei Dacia fiel der Vergleich umgekehrt aus. Die Ergebnisse betreffen bestimmte Modelle und Werkstätten; sie lassen sich nicht auf alle Fahrzeuge übertragen. Wertverlust, Versicherung, Stromkosten und Reifen gehören weiterhin in die Rechnung.
Autos fair vergleichen
Führen Sie für jedes Auto dieselbe Rechnung durch. Vergleichen Sie die Autos bei gleicher Haltedauer und Jahresfahrleistung sowie mit demselben Versicherungsschutz. Setzen Sie den konkreten Angebotspreis ein und schätzen Sie den Verkaufserlös am Ende des Zeitraums. Rechnen Sie dann Energie, Steuer, Versicherung, Wartung, Reparaturen und Reifen hinzu.
Nutzen Sie einen standardisierten Vergleich als Gegencheck. Die ADAC-Übersicht für Frühjahr und Sommer 2026 nennt Kosten für jedes Modell unter festgelegten Annahmen. Diese Werte sind keine persönlichen Angebote und sagen Ihre individuellen Kosten nicht voraus.