Wer mit Familie oder Freunden in den Urlaub fährt, braucht ein Auto, in dem Mitreisende und Gepäck bequem Platz haben und das zur Strecke passt. Ein Kombi, SUV oder geräumiger Kompaktwagen kommt infrage. Entscheidend sind der Platzbedarf und der Fahrkomfort auf langen Etappen.
Vergleichen Sie nicht nur Kofferraumvolumen und Reichweitenangaben. Prüfen Sie die Sitzplätze, testen Sie das Auto mit typischem Urlaubsgepäck und planen Sie bei einem Elektroauto die Ladestopps ein.
Prüfen Sie den Kofferraum mit Gepäck
Die Literangabe hilft beim ersten Vergleich. Sie zeigt aber kaum, ob Ihre Koffer, der Kinderwagen oder die Kühlbox gut hineinpassen. Kofferraumformen unterscheiden sich, und Herstellerangaben sind nicht immer direkt vergleichbar. Der ADAC stellte 2026 bei einem Vergleich von rund 290 Modellen teils deutliche Abweichungen zwischen Herstellerwerten und eigenen Messungen fest.
Auch zwischen den Fahrzeugtypen gibt es große Unterschiede. Im ADAC-Vergleich fassten der Škoda Superb Combi und der VW Passat Variant jeweils 575 Liter. Beim BMW X1 waren es 390 Liter, beim Dacia Duster 435 Liter. Die Werte beziehen sich auf die untersuchten Modellreihen und Messmethoden; Ausstattungsvariante und Baujahr können das Ergebnis verändern.
Nehmen Sie zur Besichtigung die Gepäckstücke mit, die Sie auf Reisen tatsächlich verwenden. Prüfen Sie, ob sie durch die Öffnung passen und sich sinnvoll anordnen lassen. Achten Sie auch darauf, wie viel Platz unter der Abdeckung bleibt und ob sich größere Gegenstände sicher verstauen lassen, ohne die Sicht nach hinten zu versperren.
Testen Sie die Sitze auf Strecke
Ein Sitz, der beim kurzen Probesitzen bequem wirkt, muss auf längeren Fahrten nicht passen. Stellen Sie den Fahrersitz und das Lenkrad so ein, dass Sie entspannt sitzen und alle Bedienelemente gut erreichen. Prüfen Sie, ob Sie die Sitzhöhe und die Position des Sitzes verstellen können und ob Rückenlehne und Kopfstütze bequem sind. Eine längere Probefahrt zeigt besser als ein kurzer Rundkurs, ob Rücken und Beine bequem bleiben.
Wenn regelmäßig Mitreisende hinten sitzen, sollten auch sie probesitzen. Achten Sie auf Bein- und Kopffreiheit sowie genügend Platz nebeneinander. Prüfen Sie auf der Strecke, ob Federung und Innengeräusche für Sie angenehm sind. Automatikgetriebe und Fahrassistenz können lange Fahrten erleichtern, sollten aber zu Ihren Vorlieben und Ihrem Fahralltag passen.
Wählen Sie die passende Karosserie
Ein Kombi ist eine naheliegende Wahl, wenn Sie häufig viel oder sperriges Gepäck mitnehmen. Die untersuchten Modelle von Škoda und Volkswagen bieten viel Stauraum. Trotzdem zählt der Zuschnitt des Kofferraums: Eine schräge Heckklappe kann begrenzen, wie hoch sich das Gepäck stapeln lässt.
Ein SUV bietet vielen Menschen eine erhöhte Sitzposition und einen bequemeren Einstieg, besonders wenn Sie häufig ein- und aussteigen oder gern höher sitzen. Ein SUV hat aber nicht automatisch mehr Kofferraum. In den ADAC-Messungen lag der BMW X1 zum Beispiel unter den genannten Kombis. Ein höherer Aufbau kann zudem Gewicht und Luftwiderstand erhöhen und dadurch den Kraftstoff- oder Stromverbrauch beeinflussen.
Ein geräumiger Kompaktwagen reicht, wenn die Reisegruppe klein ist und das Gepäck in den vorhandenen Stauraum passt. Der ADAC bewertet den Innenraum des geprüften VW Golf als angemessen für vier Erwachsene samt Gepäck, weist aber auf den kleineren Kofferraum gegenüber einem Kombi hin. Übertragen Sie diesen Befund nicht pauschal auf alle Kompaktwagen: Entscheidend bleibt das konkrete Modell.
Planen Sie Reichweite und Ladestopps
Bei einem Elektroauto sollten Sie die übliche Urlaubsroute betrachten, statt sich allein an der WLTP-Reichweite zu orientieren. WLTP ist ein standardisiertes Prüfverfahren. Der angegebene Wert zeigt nicht automatisch, wie weit das Auto bei kaltem Wetter und hohem Autobahntempo tatsächlich fährt. Prüfen Sie unabhängige Tests für das konkrete Modell. Achten Sie darauf, wie weit das Auto bis zum ersten Ladestopp kommt und wie viele Kilometer Reichweite es während eines Ladestopps nachlädt.
Ein ADAC-Wintertest aus dem Januar 2026 verdeutlicht den Unterschied: Bei 0 Grad und einem simulierten Autobahnprofil über rund 582 Kilometer schaffte keines der 14 getesteten familientauglichen Elektroautos die Strecke ohne Ladestopp. Die meisten benötigten mindestens zwei Stopps von jeweils 20 Minuten. Der Audi A6 und der Smart #5 kamen in diesem Testszenario mit einem solchen Stopp ans Ziel. Diese Ergebnisse gelten für die geprüften Fahrzeuge und Bedingungen, nicht für jede Fahrt oder Ausführung.
Planen Sie die Lademöglichkeiten entlang Ihrer typischen Strecke und am Urlaubsort ein. Berücksichtigen Sie, wie lange Sie an den vorgesehenen Stationen laden möchten und ob die Ladeleistung des Fahrzeugs zu diesem Reiseplan passt. Bei einem Auto mit Verbrennungsmotor bestimmen Verbrauch und Tankgröße die Strecke zwischen Tankstopps. Ein ADAC-Beispiel für Mittelklasseautos nennt rund 60 Liter Tankvolumen als angemessen; die erreichbare Strecke hängt dennoch vom Verbrauch des konkreten Modells ab.
Prüfen Sie das Auto vor dem Kauf
Vergleichen Sie die Autos anhand Ihrer üblichen Reise und berücksichtigen Sie dabei Mitreisende, Gepäck und die Länge der typischen Etappen. Nehmen Sie Kinder oder andere regelmäßige Mitreisende zur Besichtigung mit und probieren Sie den Kofferraum mit echten Taschen aus. Eine Probefahrt sollte möglichst auch über Straßen führen, die Ihrem üblichen Reiseprofil ähneln.
Wenn Sie zwischen zwei Fahrzeugen schwanken, überlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist: mehr Laderaum, ein höherer Einstieg, ein kleineres Fahrzeug oder weniger Unterbrechungen auf der Strecke. So fällt die Wahl leichter als anhand einer einzelnen Liter- oder Reichweitenzahl.