Wenn Sie einen Gebrauchtwagen über ein Online-Inserat kaufen, achten Sie auf einen auffällig niedrigen Preis. Seien Sie auch vorsichtig, wenn der Verkäufer eine Besichtigung oder Probefahrt verhindert oder vor der Übergabe Geld verlangt. Ein einzelnes Warnsignal beweist keinen Betrug. Treten mehrere auf, brechen Sie den Kauf ab und prüfen Sie die Angaben unabhängig.
Warnsignale im Inserat
Vergleichen Sie den Preis mit ähnlichen Fahrzeugen derselben Modellreihe und Ausstattung. Liegt das Angebot deutlich darunter, fragen Sie nach dem Grund und prüfen Sie die Angaben. Ein niedriger Preis allein belegt keinen Betrug. Seien Sie vorsichtig, wenn die Überschrift einen Lockpreis nennt und der tatsächliche Preis erst im Anzeigentext steht.
Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, bei denen ein angeblicher Treuhand-, Transport- oder Verschiffungsdienst die Besichtigung ersetzen soll. Hinter solchen Namen und professionell wirkenden Internetseiten können sich gefälschte Anbieter verbergen. Auch ein Fahrzeugstandort im Ausland ist für sich genommen kein Beweis für Betrug. Wichtig ist, ob Sie das Auto selbst prüfen können und der Verkäufer trotzdem eine Vorauszahlung verlangt.
Prüfen Sie vor dem Kauf die Originalpapiere und vergleichen Sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, kurz FIN, am Auto mit der Nummer in den Dokumenten. Ist der Verkäufer nicht als Halter eingetragen, lassen Sie sich eine Vollmacht zeigen und nehmen Sie Kontakt zum Halter auf. Eine Abweichung verlangt eine zusätzliche Prüfung, beweist allein aber noch keinen Betrug.
Warnsignale im Kontakt mit dem Verkäufer
Seien Sie vorsichtig, wenn der Verkäufer nur per E-Mail oder Messenger erreichbar ist. Nimmt er keine Anrufe an oder gibt eine falsche Telefonnummer an, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Achten Sie auch auf ausweichende Antworten. Plötzliche Änderungen von Ort oder Termin sowie Druck, sofort zu entscheiden, sind weitere Warnzeichen.
Bestehen Sie bei einem normalen Inserat auf einer persönlichen Besichtigung und einer Probefahrt. Lehnt der Verkäufer das ab oder drängt er auf einen ungesehenen Kauf, brechen Sie den Kontakt ab. Bei einem Händler mit einem klar beschriebenen digitalen Kaufprozess gilt das nicht: Prüfen Sie den Händler und seine Bedingungen unabhängig. Eine angebliche E-Mail der Verkaufsplattform, die Verkäufer oder Fahrzeug bestätigt, ersetzt diese Prüfung nicht.
Rufen Sie den Verkäufer unter einer selbst überprüften Nummer an und gleichen Sie die Kontaktdaten mit dem Inserat ab. Bei einem Händler prüfen Sie außerdem das Impressum. So stellen Sie fest, ob Sie tatsächlich mit der Person oder dem Unternehmen sprechen, das im Angebot genannt wird.
Zahlung und Übergabe
Überweisen Sie kein Geld, bevor Sie das Auto geprüft haben. Das gilt für Anzahlungen ebenso wie für angebliche Transportkosten oder Zahlungen an einen Treuhanddienst. Ein vertrauenswürdig wirkender Name oder Internetauftritt belegt nicht, dass ein solcher Dienst echt ist.
Seien Sie auch bei Bargeldtransferdiensten vorsichtig. Bei einer häufig beschriebenen Masche sollen Sie Geld an einen Angehörigen oder Freund schicken und dem Verkäufer den Beleg als angeblichen Sicherheitsnachweis zeigen. Mit den Angaben auf dem Beleg kann der Verkäufer das Geld unter Umständen selbst abholen. Solche Transfers lassen sich nach der Auszahlung oft schwer zurückholen.
Sorgen Sie dafür, dass bei der Übergabe das geprüfte Fahrzeug, die vollständigen Papiere und alle Schlüssel gemeinsam den Besitzer wechseln. Zahlen Sie erst, wenn diese Übergabe unmittelbar bevorsteht. Sie können vor Ort per Echtzeitüberweisung zahlen, wenn Sie das Fahrzeug und die Unterlagen geprüft haben. Bei einer Barzahlung wählen Sie einen sicheren, belebten Ort; eine Bankfiliale bietet sich an. Große Bargeldsummen bringen eigene Risiken mit sich. PayPal bietet beim Kauf motorisierter Fahrzeuge keinen Käuferschutz.
Bei Verdacht richtig handeln
Leisten Sie keine Zahlung, solange Fragen offen sind. Melden Sie ein verdächtiges Inserat der Plattform und sichern Sie Nachrichten, E-Mails sowie Zahlungsdaten. Wenn Sie bereits Geld überwiesen haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder den Zahlungsdienst und wenden Sie sich an die Polizei.