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Mehr als Literzahlen: Was ein Auto wirklich alltagstauglich macht

Beim Autokauf verrät die Literzahl allein nicht, ob Kinderwagen, Einkäufe oder Urlaubstaschen hineinpassen. Dafür kommt es auch auf die Form des Kofferraums, die Größe der Öffnung, die Höhe der Ladekante und die Rücksitze an.

Prüfen Sie den Platz bei einer Probefahrt mit Gegenständen, die Sie regelmäßig transportieren, und achten Sie darauf, wie bequem sich der Kofferraum beladen lässt.

Literwerte richtig lesen

Literangaben lassen sich vergleichen, wenn sie mit derselben Methode ermittelt wurden. Hersteller verwenden jedoch keine einheitliche, verbindliche Messmethode. Im ADAC-Vergleich von rund 290 Modellen aus dem Jahr 2026 lagen die Hersteller- und ADAC-Werte teilweise deutlich auseinander: Beim Dacia Duster waren es 430 gegenüber 435 Litern, beim VW Touran II 834 gegenüber 485 Litern. Die Unterschiede zeigen, dass ein Prospektwert allein wenig darüber aussagt, was in den Kofferraum passt.

Auch die Position der Sitze und die Höhe, bis zu der gemessen wird, verändern den angegebenen Wert. Für das Normalvolumen misst der ADAC bis zur Unterkante der Gepäckraumabdeckung. Gibt es keine Abdeckung, misst er bis zur Unterkante der hinteren Fenster. Ein hoher Wert bedeutet daher nicht automatisch, dass ein sperriger Gegenstand durch die Hecköffnung passt oder der Raum bis zum Boden bequem erreichbar ist.

Öffnung und Ladekante prüfen

Die Hecköffnung bestimmt, welche Gegenstände überhaupt in den Kofferraum gelangen. Achten Sie auf Höhe und Breite der Öffnung und darauf, ob der Zugang an einer Stelle enger wird. Ein schmaler Zugang kann einen großen Laderaum für Kinderwagen oder sperriges Gepäck unpraktisch machen.

Auch die Ladekante zählt. Je höher Sie schwere Dinge anheben müssen, desto mühsamer wird das Einladen. Prüfen Sie außerdem, ob hinter der Ladekante eine Stufe zum Kofferraumboden liegt. Eine ebene Ladefläche erleichtert es, Getränkekisten oder Taschen hineinzuschieben und wieder herauszuziehen.

Zwei einzelne ADAC-Tests zeigen, wie unterschiedlich Ladekanten und Öffnungen ausfallen. Beim getesteten Mercedes-Benz CLE Cabriolet gab es zwischen Ladekante und Kofferraumboden eine rund 25 Zentimeter hohe Stufe; die Ladekante lag knapp 75 Zentimeter über der Fahrbahn. Der Test bemängelte außerdem die kleine Öffnung. Beim getesteten VW Touran lag die Ladekante dagegen etwa 59 Zentimeter über der Straße und fast auf Höhe der Ladefläche. Diese Werte gelten für die jeweils geprüften Varianten, nicht für alle Fahrzeuge der Baureihen.

Als Orientierung nennt der ADAC für einen üblichen oder größeren Kinderwagen mindestens 95 Zentimeter Kofferraumbreite und mindestens 62 Zentimeter Öffnungshöhe. Die Ladekante sollte höchstens 70 Zentimeter hoch sein. Dazu kommt ein Volumen von mindestens 600 Litern, gemessen bis zum Dach. Diese Maße beziehen sich auf den Transport eines Kinderwagens und sind keine allgemeingültige Garantie für jedes Modell oder Gepäckstück.

Rücksitze mit einplanen

Die Rückbank bestimmt, wie viel Platz für Mitfahrende und Gepäck bleibt. Eine verschiebbare Bank schafft mehr Kofferraum, wenn Sie sie nach vorn schieben. Gleichzeitig bleibt den Passagieren weniger Beinfreiheit. Probieren Sie deshalb die Sitzstellung aus, die Sie im Alltag tatsächlich nutzen würden.

Prüfen Sie hinten nicht nur, ob genügend Sitzplätze angegeben sind. Entscheidend sind auch Beinfreiheit, Sitzhöhe und die Breite der Bank. Der mittlere Platz fällt bei vielen Autos schmaler oder weniger bequem aus. Wenn Sie regelmäßig mehrere Kindersitze transportieren, testen Sie die tatsächliche Anordnung mit den eigenen Sitzen. Drei Kindersitze nebeneinander passen nur in eine begrenzte Auswahl von Fahrzeugen.

Für Familien zählt außerdem, wie gut Sie die Rücksitze erreichen. Weit öffnende Türen erleichtern das Einsteigen und das Anschnallen von Kindern; Schiebetüren lassen sich auf engem Raum praktisch bedienen. Mit verstellbaren oder ausbaubaren Sitzen können Sie den Innenraum anpassen. Sie sollten sich ohne großen Kraftaufwand bewegen lassen. Prüfen Sie das selbst, statt sich allein auf die Beschreibung der Ausstattung zu verlassen.

Kofferraum mit eigener Ladung testen

Ein kurzer Praxistest zeigt mehr als ein Blick auf die Literzahl. Nehmen Sie zur Probefahrt zum Beispiel den Kinderwagen, eine Getränkekiste oder ein Gepäckstück mit, das Sie häufig transportieren. Probieren Sie aus, ob es durch die Öffnung passt, wie weit es sich in den Kofferraum schieben lässt und ob die Rücksitze dabei in einer für Ihre Mitfahrenden brauchbaren Position bleiben.

Nach dem Einladen helfen Taschenhaken, Staufächer und eine Kofferraumbeleuchtung dabei, Gegenstände zu ordnen und wiederzufinden. Bei einer zu kleinen Öffnung oder einer hohen Ladekante erleichtern sie das Einladen allerdings nicht.

Wählen Sie die Fahrzeuggröße passend zu Ihren regelmäßigen Fahrten. Ein Familienauto muss nicht möglichst groß sein; entscheidend ist, dass die häufigsten Ladungen hineinpassen und die Rückbank für die Mitfahrenden ausreicht. Kombis, Vans und SUVs unterscheiden sich in der Größe der Hecköffnung und der Höhe der Ladekante. Die Fahrzeugklasse allein sagt jedoch wenig über ein einzelnes Modell aus.

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