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Gebrauchtes E-Auto kaufen: Akku und Ladezubehör prüfen

Prüfen Sie vor dem Kauf, wie viel Kapazität der Akku noch hat und ob das Auto zu Ihren Strecken und Ladeorten passt. Bitten Sie um einen aktuellen Batterietest und lassen Sie Kabel und Adapter kontrollieren.

Der häufig angegebene SoH („State of Health“) beschreibt, wie viel Kapazität die Batterie im Vergleich zu ihrem Neuzustand noch hat. Der Prozentwert zeigt nicht direkt, welche Reichweite Sie erzielen. Auch lässt er sich nicht ohne Weiteres mit dem SoH-Wert eines anderen Modells vergleichen.

Batteriezustand nachweisen lassen

Bitten Sie den Verkäufer um ein aktuelles Prüfprotokoll oder Batteriezertifikat. Es sollte zeigen, wann und mit welcher Methode die Batterie geprüft wurde. Fehlt ein Nachweis, lassen Sie den Akku vor dem Kauf testen, statt allein auf Kilometerstand oder Reichweitenanzeige zu vertrauen.

SoH-Werte sind nur eingeschränkt vergleichbar, weil es keine einheitliche, herstellerübergreifende Messmethode gibt. Auch die Messgenauigkeit zählt. Deshalb können Sie einen einzelnen Messwert nicht ohne Weiteres mit dem Wert eines anderen Fahrzeugs vergleichen.

Beziehen Sie neben dem Alter des Autos und dem Testverfahren auch Ihre benötigte Reichweite in die Bewertung des SoH-Werts ein. Eine Batterie mit geringerer Restkapazität kann für kurze Alltagsstrecken genügen, während sie für regelmäßige Langstrecken zu knapp ist.

Rechnen Sie die Reichweite mit realistischen Verbrauchswerten durch. Bei 40 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität und einem angenommenen Autobahnverbrauch von 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer reicht die Batterie rechnerisch etwa 200 Kilometer weit. Tempo, Außentemperatur und Heizung oder Klimaanlage verändern den Verbrauch. Nutzen Sie diese Rechnung deshalb als grobe Planung, nicht als Reichweitenversprechen.

Garantie und Reparaturen klären

Fragen Sie nach Schäden, Reparaturen oder einem Austausch der Antriebsbatterie und lassen Sie sich Werkstattrechnungen zeigen. Bei sichtbaren Spuren eines Aufsetzers oder Unfalls sollte eine Werkstatt den Unterboden und das Batteriegehäuse prüfen. Schäden an der Batterie lassen sich durch eine kurze Probefahrt nicht zuverlässig ausschließen.

Prüfen Sie die Batteriegarantie anhand der Unterlagen für genau dieses Modell und Fahrzeug. Garantiebedingungen gelten nicht automatisch für jedes Auto. Entscheidend sind die Frist, die Laufleistungsgrenze, die Mindestkapazität und mögliche weitere Bedingungen des Herstellers. Fragen Sie außerdem, ob die Batterie dem Verkäufer gehört oder gemietet ist. Bei einem Mietvertrag muss die Übernahme mit dem Vermieter geklärt werden.

AC- und DC-Laden ausprobieren

Klären Sie zuerst, welche Ladeleistung das Auto tatsächlich unterstützt. Beim Wechselstromladen, kurz AC, wandelt das Bordladegerät im Auto den Wechselstrom in Gleichstrom für die Batterie um. Die Ladeleistung hängt unter anderem von diesem Ladegerät und davon ab, wie viele Stromphasen, also Leiter im Anschluss, das Auto nutzt. Die AC-Ladeleistung unterscheidet sich je nach Fahrzeug. Ein leistungsfähiger Ladepunkt lädt das Auto trotzdem nicht schneller, als es selbst Strom aufnehmen kann.

Für längere Strecken ist auch das Gleichstromladen (DC) an Schnellladesäulen wichtig. Prüfen Sie, ob das konkrete Auto DC-Laden beherrscht und welche maximale Leistung der Hersteller angibt. Der Spitzenwert im Datenblatt gilt nicht für den gesamten Ladevorgang. Die Ladeleistung hängt auch von der Akkutemperatur und dem Ladestand ab.

Wenn es sich einrichten lässt, testen Sie vor dem Kauf sowohl AC- als auch DC-Laden. Achten Sie darauf, ob der Ladevorgang startet und stabil weiterläuft. Bewerten Sie die angezeigte Leistung mit Blick auf Temperatur und Ladestand. Einzelne Testwerte beziehen sich auf bestimmte Fahrzeuge und dienen bei anderen Modellen nicht als allgemeiner Richtwert.

Ladekabel und Adapter prüfen

An vielen öffentlichen AC-Ladepunkten brauchen Sie ein eigenes Typ-2-Kabel. Prüfen Sie, ob das mitverkaufte Kabel zu den Anschlüssen des Autos passt und dessen AC-Ladeleistung unterstützt. Phasenzahl, Stromstärke und Länge beeinflussen, wo und wie schnell Sie laden können. Für öffentliche Ladepunkte empfiehlt der ADAC ein Kabel von sieben oder acht Metern; die passende Länge hängt aber von Ihrem üblichen Ladeort ab.

DC-Schnellladesäulen haben in der Regel ein fest angeschlagenes Kabel. Prüfen Sie deshalb vor allem, ob der Anschluss des Autos zur gewünschten Ladeinfrastruktur passt. Bei älteren Fahrzeugen kann statt CCS der Steckerstandard CHAdeMO verbaut sein. Klären Sie daher vor dem Kauf, ob die für Sie erreichbaren Schnellladesäulen diesen Anschluss unterstützen.

Ein Kabel für die Haushaltssteckdose, auch Mode-2-Kabel genannt, hat eine Steuerbox. Der ADAC empfiehlt einen Temperatursensor und rät dazu, eine normale Schuko-Steckdose nur ausnahmsweise und mit reduzierter Ladeleistung zu nutzen. Eine Sichtprüfung ersetzt keine elektrische Sicherheitsprüfung. Verwenden Sie beschädigte Kabel nicht und notieren Sie Zustand und Funktion des Zubehörs im Kaufvertrag.

Batteriehistorie prüfen

Der Kilometerstand zeigt die gefahrene Strecke, aber nicht die Nutzung oder den Zustand der Batterie. Sie altert mit der Zeit und durch Ladezyklen. Wartungsbelege und ein aktueller Batterietest liefern eine bessere Grundlage. Eine vollständige Ladehistorie liegt bei gebrauchten Autos nicht immer vor.

Fragen Sie den Verkäufer gezielt nach Batterieschäden und Reparaturen. Erkundigen Sie sich auch nach Wartungen und einem möglichen Austausch. Lassen Sie sich vorhandene Nachweise zeigen und klären Sie, welche Batteriegarantie noch gilt. Prüfen Sie außerdem, ob alle zugesagten Kabel und Adapter vorhanden sind. Tragen Sie Zubehör, bekannte Schäden und vereinbarte Eigenschaften schriftlich in den Kaufvertrag ein. Bei einem privaten Verkauf kann dafür ein passender Kaufvertrag für Elektrofahrzeuge helfen.

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