Elektroauto laden am Arbeitsplatz
Wer ein Elektroauto kauft, muss wissen, wo der Strom herkommt – besonders wenn zu Hause keine Wallbox möglich ist, etwa weil er zur Miete wohnt oder keine Garage hat. Das Laden am Arbeitsplatz kann diese Frage beantworten und die Kaufentscheidung erleichtern. Daten zeigen, dass Ladepunkte den Umstieg auf Elektroautos fördern. Der direkte Zusammenhang zum Arbeitsplatzladen ist aber nicht in allen Studien getrennt ausgewiesen.
Was die Zahlen zeigen
Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat untersucht, wie sich die Zahl der Ladepunkte auf den Kauf von Elektroautos auswirkt. Eine Erhöhung der konventionellen Ladepunkte um zehn Prozent ist mit einem Anstieg der Elektroauto-Käufe um 5,4 Prozent verbunden. Diese Zahl bezieht sich auf alle Ladepunkte, nicht speziell auf Ladepunkte am Arbeitsplatz. Sie zeigt aber, dass die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten insgesamt den Umstieg erleichtert.
Die UScale-Studie aus dem Jahr 2023 hat das Ladeverhalten von Elektroauto-Fahrern untersucht. Demnach laden 33 Prozent der Befragten ihr Auto beim Arbeitgeber. Das Laden am Arbeitsplatz gilt als attraktiv, aber das Angebot bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Studie misst allerdings das tatsächliche Ladeverhalten, nicht die Kaufentscheidung. Sie belegt also nicht direkt, dass Arbeitsplatzladen Menschen zum Kauf bewegt. Sie zeigt, dass diejenigen, die bereits ein Elektroauto fahren, diese Möglichkeit nutzen und sich mehr davon wünschen.
Warum Arbeitsplatzladen die Kaufentscheidung beeinflusst
Der wichtigste Grund ist die Ausgangslage vieler Interessenten. Wenn Sie keine private Lademöglichkeit haben, müssen Sie Ihr Auto an öffentlichen Stationen laden. Das bedeutet Planung, Wartezeiten und oft höhere Preise. Die Forschung nennt genau diese Hürde als zentralen Grund, warum Menschen vom Elektroauto Abstand nehmen. Das Laden am Arbeitsplatz schließt diese Lücke: Das Auto steht ohnehin den ganzen Tag auf dem Firmenparkplatz, und während der Arbeitszeit lädt es ganz nebenbei.
Für viele Beschäftigte wird das Elektroauto dadurch erst praktikabel. Wenn Sie morgens mit vollem Akku zur Arbeit fahren und abends wieder mit vollem Akku nach Hause kommen, müssen Sie unterwegs nicht an öffentliche Ladesäulen denken. Der Alltag funktioniert dann ähnlich wie mit einem Verbrenner, nur dass der Tankvorgang automatisch passiert. Das nimmt die Unsicherheit, die viele vom Kauf abhält.
Die UScale-Zahl von 33 Prozent zeigt, dass Arbeitgeberladen kein Randphänomen ist. Ein Drittel der Elektroauto-Fahrer nutzt diese Möglichkeit bereits. Wenn Arbeitgeber Lademöglichkeiten schaffen, profitieren nicht nur diejenigen, die schon ein Elektroauto fahren, sondern auch die, die über einen Umstieg nachdenken. Ein sichtbares Ladeangebot auf dem Parkplatz macht deutlich, dass das Elektroauto willkommen ist und der tägliche Ladebedarf gedeckt wird.
Was Arbeitgeber beachten sollten
Für Arbeitgeber, die Lademöglichkeiten schaffen wollen, gibt es keine einheitliche Lösung. Die passende Ausstattung hängt davon ab, wie viele Mitarbeiter es gibt, wie der Parkplatz geschnitten ist und wie lange die Autos dort durchschnittlich stehen. Wenn Sie viele Beschäftigte mit Elektroautos haben, brauchen Sie mehr Ladepunkte als ein Betrieb, in dem erst wenige umgestiegen sind. Eine sinnvolle Strategie ist, mit wenigen Ladepunkten zu starten und die Nachfrage zu beobachten.
Kostenloses Laden ist für Mitarbeiter attraktiv, kostet den Arbeitgeber aber mit wachsender Zahl der Elektroautos immer mehr. Alternativen sind eine Pauschale pro Monat oder die Abrechnung nach verbrauchter Energie. Die Regelung sollte transparent sein und für alle Beschäftigten gleich gelten. Wer das Laden als Benefit anbietet, sollte auch klären, ob es steuerliche Vorteile gibt, etwa den geldwerten Vorteil für das kostenlose Laden.
Normale Haushaltssteckdosen sind für das regelmäßige Laden ungeeignet, weil sie die Dauerlast nicht zuverlässig aushalten. Sinnvoll sind Wallboxen mit eigener Absicherung. Schnelllader sind am Arbeitsplatz selten nötig, weil die Zeit zum Laden ausreicht.