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Autokauf bei seltener Nutzung: Lohnt sich das?

Wer nur gelegentlich fährt, zahlt für ein eigenes Auto auch dann, wenn es nicht fährt: Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Parken und Wertverlust fallen weiter an. Ein kleines Auto ist deshalb nicht automatisch günstiger. Bei wenigen Fahrten kosten Carsharing, Mietwagen und öffentliche Verkehrsmittel zusammen möglicherweise weniger.

Ein eigenes Auto lohnt sich eher, wenn Sie kurzfristig darauf angewiesen sind, am Wohnort kaum Alternativen haben oder regelmäßig Platz und Reichweite brauchen. Entscheidend sind die Gesamtkosten und die Verfügbarkeit anderer Verkehrsmittel, nicht allein die jährliche Fahrleistung.

Was ein stehendes Auto kostet

Rechnen Sie vor dem Kauf alle Kosten für ein Jahr zusammen. Neben Kraftstoff oder Strom gehören dazu Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparaturen, Reifen, Parken und gegebenenfalls ein Stellplatz. Beim Kauf zählt außerdem der Wertverlust: Er entsteht, wenn das Auto mit der Zeit an Marktwert verliert, und kann einen großen Teil der Kosten ausmachen.

Vergleichen Sie diese Summe mit den Kosten für Ihre tatsächlichen Fahrten mit Carsharing oder Mietwagen. Rechnen Sie dabei mit den Tarifen an Ihrem Wohnort und berücksichtigen Sie, wie oft Sie ein Auto brauchen, wie lange Sie es nutzen und wie weit Sie damit fahren. Ein günstiger Verbrauch allein macht den Besitz bei geringer Fahrleistung nicht wirtschaftlich.

Falls Sie bereits ein Auto besitzen, vergleichen Sie die künftigen Kosten mit dem Erlös aus einem Verkauf. Die Kaufkosten, die Sie schon bezahlt haben, bekommen Sie nicht zurück. Für die Entscheidung, ob Sie das Auto behalten, zählen vor allem die künftigen Kosten und der mögliche Verkaufserlös.

Wann ein kleines Auto passt

Ein kleiner Wagen ist eine sinnvolle Wahl, wenn Sie regelmäßig ein eigenes Fahrzeug brauchen, aber meist allein oder zu zweit fahren. Für Einkäufe und alltägliche Wege reicht ein kompaktes Modell oft aus; ein größeres Auto verursacht dann Kosten für Platz, Gewicht und Ausstattung, die Sie selten nutzen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Kindersitze, Gehhilfen, Kinderwagen oder regelmäßig benötigtes Gepäck tatsächlich hineinpassen.

Kleinwagen verbrauchen wegen ihres geringeren Gewichts oft weniger Kraftstoff als größere Fahrzeuge. Das sagt jedoch wenig über die Gesamtkosten aus. Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung und Werkstattkosten hängen vom konkreten Modell ab. Der ADAC hat die durchschnittlichen Einstiegspreise der betrachteten Kleinwagen mit Verbrennungsmotor ausgewertet. Dazu gehören auch kleine SUV-Modelle. Die Auswertung ist kein Preismaßstab für Gebrauchtwagen. Sie zeigt aber, dass ein Kleinwagen nicht automatisch einen niedrigen Kaufpreis hat.

Wählen Sie die Größe nach Ihren üblichen Fahrten, nicht nach seltenen Ausnahmefällen. Für eine gelegentliche Urlaubsreise kann ein Mietwagen geeigneter sein als ein großes Auto, das Sie das ganze Jahr unterhalten.

Wann Carsharing günstiger ist

Carsharing lohnt sich vor allem, wenn Sie einzelne Fahrten mit dem Auto erledigen und Ihre übrigen Wege gut mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. Sie zahlen dann für die Nutzung, statt ein Fahrzeug dauerhaft zu besitzen. Der Bundesverband Carsharing verglich 2025 sieben überregionale Anbieter mit einem neu gekauften Opel Corsa. Die Modellrechnung zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit von Carsharing von der Jahresfahrleistung und den jeweiligen Tarifen abhängt.

Diese Ergebnisse geben eine Orientierung, aber keine persönliche Grenze. Der Vergleich fällt deutlich anders aus, wenn der Wertverlust des eigenen Autos nicht eingerechnet wird. Die Modellrechnung des Bundesverbands zeigt, wie sich die Einbeziehung des Wertverlusts auf die Kosten von Carsharing und eigenem Auto auswirkt. Das Umweltbundesamt vergleicht unter anderen Bedingungen. Wegen der unterschiedlichen Annahmen lassen sich die Ergebnisse nicht direkt gleichsetzen.

Carsharing muss außerdem in der Nähe verfügbar sein. Anbieter unterscheiden sich bei Grundgebühren, Zeit- und Kilometerpreisen sowie Selbstbeteiligung und Rückgabeorten. Manche stellen keine Verfügbarkeit zu einem gewünschten Zeitpunkt sicher. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob ein Anbieter Ihre Postleitzahl abdeckt, sondern auch, ob ein passendes Fahrzeug in erreichbarer Nähe steht und zu Ihren typischen Zeiten verfügbar ist. Laut Verbraucherzentrale eignet sich Carsharing meist nicht, wenn Sie ein Auto mehrere Wochen brauchen.

Wann ein Mobilitätsmix reicht

Ein eigenes Auto ist oft entbehrlich, wenn Sie die Alltagswege mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad erledigen und nur für einzelne Anlässe ein Auto brauchen. Carsharing kann spontane Fahrten abdecken; für mehrtägige Reisen kommt ein Mietwagen infrage. So sparen Sie die laufenden Kosten für ein eigenes Auto. Dafür müssen die Angebote vor Ort zu Ihren Wegen passen.

Was in einer Großstadt gut funktioniert, lässt sich nicht ohne Weiteres auf kleinere Orte übertragen. In einem ADAC-Erfahrungsbericht aus München nennt der Autor durchschnittliche Carsharing-Ausgaben von 225 Euro im Monat. Er hatte eine U-Bahn in der Nähe, kurze Wege und viele Sharing-Fahrzeuge zur Auswahl. Das persönliche Beispiel sagt nicht voraus, was andere zahlen. Außerhalb dichter Städte sind Fahrzeuge oft schwerer erreichbar, und Busse und Bahnen fahren seltener.

Bevor Sie ein Auto kaufen, prüfen Sie Ihre häufigsten Fahrten und die verfügbaren Alternativen dafür. Wenn Sie für Arbeit, Pflege oder andere regelmäßige Aufgaben zu festen Zeiten ein Auto brauchen, zählt neben dem Preis auch die Verlässlichkeit. Fehlt am Wohnort ein passendes Sharing-Angebot oder würde eine verspätete Abfahrt ernsthafte Folgen haben, kann ein kleines eigenes Auto trotz höherer Kosten die passendere Wahl sein.

So vergleichen Sie die Kosten

Notieren Sie zunächst, wie oft Sie im Jahr fahren, welche Strecken regelmäßig anfallen und für welche Fahrten Sie auf ein Auto angewiesen sind. Holen Sie dann konkrete Angebote für Carsharing und Mietwagen in Ihrer Umgebung ein. Vergleichen Sie diese mit den gesamten Jahreskosten des geplanten Autos. Berücksichtigen Sie den Wertverlust, besonders wenn Sie einen Neuwagen kaufen wollen, und rechnen Sie einen Stellplatz ein, falls er Geld kostet.

Unterscheiden Sie bei der Rechnung zwischen regelmäßigem Bedarf und einzelnen Ausnahmen. Für den Alltag kann ein kleines Auto genügen, während Sie ein größeres Fahrzeug nur für seltene Reisen mieten. Wenn Sie dagegen häufig kurzfristig fahren müssen oder Alternativen kaum erreichbar sind, spricht die Verfügbarkeit stärker für den eigenen Wagen.

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