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Wann lohnt sich ein Diesel noch?

Ein Diesel lohnt sich vor allem, wenn Sie regelmäßig lange Strecken fahren und viele Kilometer im Jahr zurücklegen. Der geringere Verbrauch kann höhere Anschaffungs-, Steuer- und Versicherungskosten ausgleichen. Bei häufigen Kurzstrecken und geringer Jahresfahrleistung schrumpft dieser Vorteil.

Eine feste Kilometergrenze gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Kosten zwei konkrete Fahrzeuge während der geplanten Besitzdauer verursachen. Berücksichtigen Sie neben dem Verbrauch auch Wertverlust, Steuer, Versicherung, Wartung und den Zustand des Autos.

Welche Fahrten zum Diesel passen

Ein Diesel passt besonders zu regelmäßigen längeren Fahrten. Wer häufig auf der Autobahn oder Landstraße unterwegs ist, profitiert eher von seinem geringeren Verbrauch. Auch bei größeren Fahrzeugen kann ein Diesel passen, wenn Sie viel transportieren oder beim Ziehen und Beschleunigen mehr Kraft brauchen.

Für überwiegende Kurzstrecken in der Stadt ist ein Diesel meist weniger geeignet. Der Dieselpartikelfilter sammelt Ruß. Damit er nicht verstopft, verbrennt er die Partikel regelmäßig bei hoher Abgastemperatur. Bei dauerhaft kurzen Fahrten bleibt die Abgastemperatur möglicherweise nicht lange genug hoch. Dann kann der Filter verstopfen oder beschädigt werden. Einzelne kurze Fahrten führen nicht automatisch dazu. Wenn Sie im Alltag fast nie längere Strecken fahren, passt ein Diesel aber schlecht zu Ihrem Bedarf.

Laut ADAC gibt es in der von ihm betrachteten aktuellen Neuwagenauswahl keine Kleinwagen mit Dieselmotor mehr. Wer einen kleinen Wagen sucht, hat daher weniger Auswahl als bei größeren Fahrzeugklassen.

Diesel-Kosten vollständig vergleichen

Ein niedriger Verbrauch allein entscheidet nicht, ob der Diesel günstiger fährt. Vergleichen Sie Anschaffungspreis und erwarteten Wertverlust ebenso wie Kraftstoff, Kfz-Steuer, Versicherung und Wartung. Der ADAC vergleicht bei Neuwagen diese Kosten über fünf Jahre. Der Wertverlust gehört dabei zu den größten Kostenfaktoren.

Auch der Kraftstoffpreis verändert das Ergebnis. In seinem Vergleich mit Kostenstand April 2026 setzte der ADAC für Diesel und Super jeweils durchschnittlich 1,92 Euro je Liter an. Der ADAC legte dabei einen Durchschnittspreis aus den vorangegangenen drei Monaten zugrunde. Das ist keine Preisprognose. Die Verbrauchswerte stammen außerdem aus Herstellerangaben nach WLTP, einem standardisierten Prüfverfahren. Ihr tatsächlicher Verbrauch und die Preise an Ihrer Tankstelle können abweichen.

Die Kfz-Steuer hängt unter anderem von Hubraum, CO₂-Ausstoß und Erstzulassung ab. Bei Pkw, die ab dem 1. Januar 2021 erstmals zugelassen wurden, besteht die Steuer grundsätzlich aus einem Anteil für den Hubraum des Motors und einem Anteil für den CO₂-Ausstoß. Bei Dieselmotoren beträgt der Hubraumanteil 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter. Dazu kommt der Anteil für den CO₂-Ausstoß. Ältere Fahrzeuge werden nach anderen Regeln besteuert. Prüfen Sie deshalb die Steuer für genau das Fahrzeug, das Sie kaufen möchten.

Bei einem Gebrauchtwagen kommen Alter, Wartungshistorie und Zustand der Abgasreinigung hinzu. Der Partikelfilter muss regelmäßig Ruß verbrennen. Nicht verbrennbare Asche sammelt sich mit der Zeit darin. Je nach Modell gelten unterschiedliche Austauschregeln. Fragen Sie nach Wartungsnachweisen und lassen Sie den Filter sowie die Teile prüfen, die die Abgase reinigen. Für mögliche Reparaturen an Partikelfilter oder Abgasreinigung gibt es keinen pauschalen Betrag, der für alle Modelle gilt.

Warum es keine feste Kilometergrenze gibt

Ob sich ein Diesel rechnet, hängt von den Kosten der konkreten Fahrzeuge und davon ab, wie viele Kilometer Sie pro Jahr fahren. Viele Kilometer pro Jahr senken die Kosten pro gefahrenem Kilometer nicht automatisch so stark, dass sie einen höheren Kaufpreis oder laufende Ausgaben ausgleichen.

Beim Škoda Octavia fiel der Kostenvergleich je nach verglichener Motorleistung unterschiedlich aus. Beziehen Sie Fahrzeugmodell und Kraftstoffart in den Vergleich ein. Vergleichen Sie auch die konkreten Motorversionen. Der Kaufpreis und die Ausstattung müssen zum Vergleich passen. Das gilt ebenso für die Leistung.

Abgasnorm und Stadtfahrten prüfen

Wenn Sie regelmäßig in eine Stadt fahren, prüfen Sie vor dem Kauf die dort geltenden Zufahrtsregeln. Eine grüne Umweltplakette ist keine pauschale Garantie, dass jede Straße befahren werden darf. Umweltzonen und mögliche Durchfahrtsbeschränkungen richten sich nach den örtlichen Vorgaben.

Achten Sie außerdem auf die Abgasnorm des konkreten Autos. Messungen des Umweltbundesamts zeigen, dass ältere Diesel im Straßenverkehr teils deutlich mehr Stickoxide ausstoßen als bei den damaligen Prüfstandstests. Die Messungen beziehen sich auf ältere Abgasnormen und erlauben keine pauschale Aussage zu modernen Dieseln. Prüfen Sie deshalb Abgasnorm und geplante Fahrziele vor dem Kauf gemeinsam.

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