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Probefahrt

Ungewöhnliche Autogeräusche bei der Probefahrt erkennen

Ein ungewöhnliches Geräusch bei der Probefahrt ist ein Anlass, genauer hinzuhören, auch wenn es nicht sicher verrät, welches Teil defekt ist. Klappern im Motorraum kann zum Beispiel von der Auspuffanlage oder einem Zusatzgerät am Motor kommen. Achten Sie darauf, wann das Geräusch auftritt und ob sich das Auto ungewöhnlich verhält.

Schalten Sie das Radio aus. Achten Sie beim Starten und Beschleunigen sowie beim Bremsen und Lenken auf Geräusche. Hören Sie auch beim Fahren über Unebenheiten genau hin. Lassen Sie wiederkehrende Geräusche vor dem Kauf in einer Werkstatt prüfen, besonders wenn Lenkung, Bremsen oder Fahrverhalten auffällig sind.

Motorstart und Leerlauf prüfen

Hören Sie den Motor möglichst auch beim Kaltstart. Fragen Sie vor der Probefahrt, ob das Auto bereits warmgefahren wurde. Ist der Motor warm, lässt sich ein Geräusch, das nur beim Kaltstart auftritt, bei diesem Termin nicht beurteilen.

Achten Sie darauf, ob der Motor sofort anspringt, im Leerlauf gleichmäßig läuft und auf das Gaspedal zügig reagiert. Verzögertes Anspringen, unrunder Lauf oder anhaltendes Rasseln sind Gründe, genauer nachzufragen. Nur anhand eines kurzen Geräuschs lässt sich nicht feststellen, welches Bauteil es verursacht. Manche Auffälligkeiten betreffen nur bestimmte Motormodelle. Ein Rasseln der Steuerkette ist etwa bei bestimmten Benzinmotoren des VW Golf VI ein Prüfhinweis, aber keine allgemeingültige Diagnose für andere Autos.

Klappern oder Rasseln zusammen mit einer Ölkontrollleuchte, niedrigem Ölstand oder plötzlichem Leistungsverlust ist besonders ernst zu nehmen. Stellen Sie den Motor ab, wenn eine Warnleuchte aufleuchtet, und fahren Sie nicht einfach weiter, um das Geräusch zu testen. Fragen Sie nach Wartungsnachweisen und lassen Sie die Ursache vor dem Kauf klären.

Poltern auf Unebenheiten

Fahren Sie, wenn es der Verkehr zulässt, über eine glatte und eine unebene Straße. Achten Sie darauf, ob es auf Kanaldeckeln oder Bodenwellen poltert. Beobachten Sie nach einer Bodenwelle, ob das Auto lange nachschwingt. Prüfen Sie außerdem, ob ein Rad zu springen scheint. Poltern kann etwa von ausgeschlagenen Gelenken an der Achse kommen. Langes Nachschwingen und ein instabiles Fahrgefühl können auf Probleme mit den Stoßdämpfern hindeuten.

Anhand dieser Anzeichen lässt sich nicht sicher sagen, welches Fahrwerksteil betroffen ist. Auch Reifen oder Auspuffteile können Geräusche verursachen. Ungleichmäßig abgefahrene Reifen können zudem auf einen anderen Defekt hindeuten. Versetzt sich das Auto in Kurven auf Unebenheiten seitlich, sollte eine Werkstatt das Fahrwerk prüfen. Das gilt auch, wenn die Räder springen oder das Poltern deutlich auftritt. Defekte Stoßdämpfer beeinträchtigen den Kontakt der Räder zur Straße und können dadurch auch Bremsen und elektronische Fahrhilfen wie ABS und ESP beeinflussen.

Knacken beim Lenken

Achten Sie beim langsamen Rangieren auf Knacken, besonders bei stark eingeschlagenen Rädern. Ein Knacken kann aus dem Bereich der Antriebswellen oder Radlager kommen. Tritt es beim Einlenken auf, kommen auch gebrochene Federn als mögliche Ursache infrage. Steht das Auto sichtbar schief, fragen Sie nach und lassen Sie es technisch prüfen.

Führen Sie keine riskanten Manöver durch, um ein Geräusch hervorzurufen. Ein langsamer Wendekreis auf freier Fläche reicht, sofern die Umgebung sicher ist. Halten Sie fest, ob das Knacken bei jeder Lenkbewegung, nur in eine Richtung oder nur beim Fahren auftritt. Diese Angaben helfen der Werkstatt, die Ursache zu finden, ersetzen aber keine Diagnose.

Bremsen und Vibrationen prüfen

Achten Sie beim Bremsen auf Schleifen, ungewöhnliches Quietschen und Vibrationen im Lenkrad oder im Fahrzeug. Ein Schleifgeräusch kann auf verschlissene Bremsbeläge hindeuten; auch ein Stein am Bremssystem kommt als Ursache infrage. Aus dem Klang allein lässt sich das nicht sicher unterscheiden. Zieht das Auto beim Bremsen zur Seite oder fühlt sich das Bremspedal auffällig an, lassen Sie die Bremsanlage vor dem Kauf in einer Werkstatt prüfen.

Vibrationen zeigen sich häufig erst bei höherem Tempo. Fahren Sie dafür nur dann schneller, wenn die Strecke, der Verkehr und die Geschwindigkeitsbegrenzung es sicher erlauben. Erhöhen Sie das Tempo nicht allein, um einen Verdacht zu überprüfen.

Geräusche systematisch festhalten

Eine kurze Probefahrt kann nicht jedes Problem sichtbar machen. Ein Geräusch tritt vielleicht nur bei kaltem Motor, nach längerer Fahrt oder auf einer bestimmten Straße auf. Auch normale Betriebsgeräusche unterscheiden sich je nach Fahrzeug und Motor. Deshalb ist ein unauffälliger kurzer Test keine Garantie für einen mangelfreien Wagen.

Notieren Sie bei jeder Auffälligkeit, wie das Geräusch klingt und wann es auftritt. Halten Sie außerdem fest, in welcher Fahrsituation Sie es bemerkt haben. „Rasseln direkt nach dem Kaltstart“ oder „Poltern über Bodenwellen“ hilft mehr als die Vermutung, ein bestimmtes Bauteil sei defekt. Bitten Sie den Verkäufer um eine Erklärung und passende Belege, etwa zu früheren Reparaturen. Bleibt die Ursache unklar, lassen Sie das Auto vor dem Kauf von einer unabhängigen Werkstatt prüfen.

Wann Sie den Kauf vertagen sollten

Ein einzelnes, leises Geräusch muss nicht bedeuten, dass das Auto einen schweren Schaden hat. Anhaltendes metallisches Klopfen, dauerhaftes Rasseln oder deutliches Fahrwerkspoltern sollten Sie aber nicht als Kleinigkeit abtun. Das gilt besonders, wenn zugleich Warnleuchten aufleuchten, der Motor unrund läuft oder das Auto beim Lenken und Bremsen auffällig reagiert.

Kaufen Sie erst, wenn die Ursache geklärt ist und feststeht, welche Reparatur nötig ist. Lehnt der Verkäufer eine Prüfung in der Werkstatt ab oder lässt sich ein sicherheitsrelevantes Geräusch nicht erklären, sollten Sie vom Kauf absehen.

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