Wer regelmäßig in der Stadt, auf Landstraßen und auf der Autobahn fährt, braucht ein Auto für kurze Wege, längere Etappen und einfaches Parken. Für viele genügt ein kompakter Fünftürer. Wer oft Passagiere oder Gepäck mitnimmt, fährt mit einem Kombi besser.
Der passende Antrieb hängt vor allem von der jährlichen Fahrleistung und den Lademöglichkeiten ab. Wählen Sie zuerst die Fahrzeuggröße und vergleichen Sie dann Benziner, Hybrid, Diesel und Elektroauto anhand Ihrer typischen Strecken.
Die passende Autogröße wählen
Ein Klein- oder Kompaktwagen lässt sich meist leichter durch enge Straßen bewegen und parken. Achten Sie bei der Probefahrt trotzdem darauf, ob Sie bequem sitzen, die längeren Strecken angenehm fahren und Ihr Gepäck unterbringen können. Für die Stadt sind auch Wendekreis und Übersicht wichtig. Der ADAC berücksichtigt beides in seinen Bewertungen.
Wenn regelmäßig mehrere Personen oder viel Gepäck mitfahren, bietet ein Kombi mehr Stauraum. Prüfen Sie, ob dieser Platzbedarf den größeren Wagen im Alltag rechtfertigt. Ein SUV ist ebenfalls eine mögliche Wahl, doch erhöhte Sitzposition und Platzangebot machen große Außenmaße nicht automatisch stadttauglich. Rangieren Sie deshalb mit dem konkreten Modell und prüfen Sie die Sicht aus dem Fahrersitz.
Benziner und Vollhybrid
Ein Benziner passt, wenn Sie keine sehr hohe Jahresfahrleistung haben und ein vielseitiges Auto ohne Ladeplanung suchen. Prüfen Sie, wie viel Benzin er auf Ihren üblichen Strecken verbraucht. Ein kombinierter Verbrauchswert zeigt nicht genau, wie viel Benzin das Auto im dichten Stadtverkehr und bei Autobahntempo verbraucht.
Ein Vollhybrid lädt seine Batterie während der Fahrt, zum Beispiel beim Bremsen. Sie müssen ihn nicht an einer Steckdose aufladen. Laut ADAC eignen sich solche Modelle besonders für kürzere Wege und den Stadtverkehr. Bei manchen Fahrzeugen ist der Verbrauchsvorteil auf der Autobahn geringer als im Stadtverkehr. Beim getesteten Toyota Yaris Hybrid 130 Style Plus CVT lag der ADAC-Ecotest-Verbrauch innerorts bei 3,6 Litern je 100 Kilometer, auf der Landstraße bei 4,3 und auf der Autobahn bei 6,7. Diese Werte gelten für genau dieses Modell und sind keine allgemeine Verbrauchsprognose für Vollhybride.
Diesel für viele lange Strecken
Ein Diesel kommt vor allem infrage, wenn Sie regelmäßig lange Strecken fahren und viele Kilometer im Jahr zurücklegen. Für Pendler nennt der ADAC eine hohe Jahresfahrleistung als Hinweis darauf, dass ein Diesel infrage kommt. Das ist keine feste Kostengrenze. Je nach Modell unterscheiden sich Kaufpreis und Wertverlust ebenso wie Versicherung und Wartung.
Bei viel Stadtverkehr sollten Sie den Diesel nicht nur nach seinem Verbrauch auf längeren Etappen beurteilen. Vergleichen Sie die Gesamtkosten mit denen eines Benziners oder Vollhybrids und berücksichtigen Sie dabei Ihre tatsächliche Jahresfahrleistung.
Elektroauto oder Plug-in-Hybrid
Ein batterieelektrisches Auto passt, wenn Sie zuverlässig zu Hause, am Arbeitsplatz oder an passenden Orten entlang Ihrer Strecken laden können. Prüfen Sie, ob die Reichweite des konkreten Modells zu Ihren regelmäßigen Etappen passt. Für häufige Autobahnfahrten sollten Sie höhere Geschwindigkeit und kalte Temperaturen einplanen. Berücksichtigen Sie außerdem mögliche Ladepausen.
Ein ADAC-Test mit 14 Familien-Elektroautos untersuchte im Jahr 2026 eine rund 580 Kilometer lange Autobahnfahrt bei 0 °C. Keines der getesteten Autos schaffte die Strecke ohne Ladestopp; zwei kamen mit einem auf 20 Minuten begrenzten Stopp ans Ziel. Das Ergebnis bezieht sich auf dieses Testszenario. Für Ihre Planung zählt, wie viel Reichweite das gewünschte Modell unter Ihren üblichen Bedingungen bietet.
Ein Plug-in-Hybrid verbindet einen Verbrennungsmotor mit einer Batterie, die Sie an einer Steckdose laden. Er passt vor allem dann, wenn Ihre täglichen Wege oft kürzer sind als die Strecke, die das Auto allein mit Strom fahren kann, und Sie es regelmäßig laden. Wenn Sie die Batterie selten laden, ist der Vorteil des elektrischen Fahrens geringer. Der ADAC nennt einen Anteil von etwa 30 Prozent der Strecke, die Sie elektrisch fahren, als Orientierung. Ab diesem Anteil kann ein Plug-in-Hybrid im Vergleich zu einem ähnlichen Diesel CO₂-ärmer fahren. Das hängt vom jeweiligen Fahrzeug und der Nutzung ab.
Vergleichen Sie Ihre typischen Strecken
Notieren Sie vor dem Kauf, wie häufig Sie Stadt, Landstraße und Autobahn fahren, wie viele Kilometer Sie im Jahr zurücklegen und ob Sie regelmäßig laden können. Wenn Ihre Wege überwiegend kurz sind und Sie keinen Ladeplatz haben, vergleichen Sie zunächst einen Vollhybrid mit einem Benziner. Bei vielen langen Autobahnetappen und hoher Jahresfahrleistung gehört ein Diesel in den Vergleich. Mit verlässlicher Lademöglichkeit lohnt sich eine Probefahrt mit einem Elektroauto; beim Plug-in-Hybrid sollten Sie sicher sein, dass Sie ihn im Alltag tatsächlich laden.
Fahren Sie bei der Probefahrt möglichst ähnliche Strecken wie im Alltag. Achten Sie in der Stadt auf Wendekreis, Sicht und Parken, auf Landstraßen auf Sitzkomfort und auf der Autobahn auf Geräuschpegel und Verbrauch. Vergleichen Sie außerdem die laufenden Kosten der konkreten Modelle, statt sich auf eine allgemeine Rangfolge der Antriebe zu verlassen.