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Autos für Hobby und Handwerk: Viel Platz transportieren

Wer regelmäßig Werkzeug, Baumaterial oder Sportausrüstung transportiert, sollte neben dem Kofferraumvolumen auch Ladeöffnung, Ladekante, Ladefläche und Zuladung prüfen. Die Gegenstände müssen hineinpassen, sicher liegen und dürfen das zulässige Fahrzeuggewicht nicht überschreiten. Auch die benötigte Zahl der Sitze zählt.

Wer einen Anhänger ziehen will, sollte zusätzlich Anhängelast und Gesamtzuggewicht prüfen.

Prüfen Sie Ladeöffnung und Ladefläche

Die Literzahl des Kofferraums sagt wenig darüber aus, ob eine Werkzeugkiste, ein Fahrrad oder eine lange Platte hineinpasst. Messen Sie Ihre häufig transportierten Gegenstände und prüfen Sie beim Fahrzeug die engste Stelle der Öffnung. Achten Sie auch auf die Innenbreite zwischen den Radkästen, die Laderaumlänge bei umgeklappten Sitzen und die Höhe der Ladekante.

Eine niedrige Ladekante erleichtert das Einladen schwerer Gegenstände; bei sperriger Fracht hilft eine breite Öffnung. Beim Renault Kangoo Rapid nennt der ADAC für eine bestimmte Version eine seitliche Ladeöffnung von 1,45 Metern. Das ist ein Beispiel für diese Nutzfahrzeugausführung, kein allgemeiner Wert für alle Kangoo-Modelle.

Beim Škoda Octavia Combi beschreibt der ADAC eine ebene Ladefläche bei hoch eingestelltem Kofferraumboden. In der abgesenkten Position entsteht dort eine Stufe. Prüfen Sie den Ladeboden und die Stufe direkt am Fahrzeug. Nehmen Sie dafür am besten einen Gegenstand mit, den Sie oft transportieren.

Literangaben eignen sich für einen groben Vergleich. Hersteller und Prüfer messen den Kofferraum aber nicht immer auf dieselbe Weise. In einem Vergleich von rund 290 Modellen stellte der ADAC teils deutliche Abweichungen zwischen Herstellerangaben und eigenen Messwerten fest. Beim VW Touran II lagen die beiden Werte beispielsweise 349 Liter auseinander. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf die Kofferraumzahl.

Wählen Sie passende Sitze

Umklappbare Rücksitze schaffen Platz für längere Gegenstände. Wenn Sie regelmäßig zwischen Personen- und Materialtransport wechseln, sind einzeln klappbare oder verschiebbare Sitze praktisch. Eine Durchlademöglichkeit hilft, lange Gegenstände zu transportieren und zugleich Teile der Rückbank für Mitfahrende zu nutzen. Prüfen Sie, welche Funktionen die konkrete Ausstattung tatsächlich bietet.

Beim siebensitzigen Renault Grand Kangoo verändert die Sitzstellung den verfügbaren Stauraum deutlich: Mit aufgestellter dritter Sitzreihe nennt der ADAC 430 Liter, mit zusammengeklappter dritter Reihe 565 Liter bis zum Gepäckrollo. Die Werte zeigen, warum Sie den benötigten Laderaum zusammen mit der Zahl der verfügbaren Sitzplätze beurteilen sollten.

Kombis verbinden Personenbeförderung und Laderaum für viele Alltagsaufgaben. Hochdachkombis bieten eine andere Innenraumform und teils variable Sitzkonzepte. Kastenwagen können für regelmäßigen Materialtransport interessant sein, doch auch hier müssen Sitzplätze, Maße und Zuladung zum Einsatz passen. Prüfen Sie bei jeder Fahrzeugart, ob Ladeöffnung und Zuladung zu Ihrem Einsatz passen.

Berechnen Sie die Zuladung

Die Zuladung ist das Gewicht, das zusätzlich zum Fahrzeuggewicht mitgenommen werden darf. Dazu zählen die Insassen ebenso wie Werkzeug, Material und weitere Ausrüstung. Wie schwer Sie trotz eines großen Laderaums laden dürfen, richtet sich nach der zulässigen Gesamtmasse und den Achslasten des konkreten Fahrzeugs.

Die Zuladung unterscheidet sich je nach konkreter Ausführung. Prüfen Sie daher die Angaben für das angebotene Fahrzeug.

Addieren Sie für eine typische Fahrt das Gewicht von Personen und Gepäck. Vergleichen Sie die Summe mit den Angaben in den Fahrzeugpapieren. Wenn Sie das Fahrzeug oft schwer beladen, lassen Sie es wiegen. Die zulässige Gesamtmasse und die Achslasten müssen eingehalten werden. Hohe Beladung verschlechtert außerdem das Brems- und Ausweichverhalten.

Prüfen Sie Anhängelast und Stützlast

Wenn Sie einen Anhänger ziehen wollen, prüfen Sie die gebremste und ungebremste Anhängelast getrennt. Die gebremste Anhängelast gilt für einen Anhänger mit eigener Bremse, die ungebremste für einen ohne eigene Bremse. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen die Werte unter O.1 und O.2. Sie hängen unter anderem von Motorisierung, Getriebe und Antrieb ab.

Das zulässige Gesamtzuggewicht begrenzt das gemeinsame Gewicht von Zugfahrzeug und Anhänger. Wenn das Zugfahrzeug voll beladen ist, können Sie die angegebene maximale Anhängelast deshalb nicht immer ausschöpfen. Die Stützlast, also die Last, mit der der Anhänger auf die Anhängerkupplung drückt, belastet das Zugfahrzeug ebenfalls.

Zuladung und Anhängelast unterscheiden sich je nach konkreter Ausführung. Prüfen Sie vor dem Kauf die Papiere des angebotenen Fahrzeugs und die Grenzen des Anhängers. Für die Kombination gelten die jeweils maßgeblichen Herstellergrenzen.

Sichern Sie Werkzeug und Material

Nach § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung muss Ladung so verstaut und gesichert sein, dass sie auch bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Schwere Gegenstände gehören stabil und möglichst tief verstaut. Prüfen Sie außerdem, ob Verzurrpunkte vorhanden sind und ob ein Trennnetz oder Trenngitter den Fahrgastraum vor Gepäck schützt.

Wenn Sie bis zum Dach laden, ist ein Trennnetz oder Trenngitter besonders wichtig. Lose Gegenstände können bei einem abrupten Bremsmanöver in den Fahrgastraum gelangen. Achten Sie zugleich darauf, dass Gepäck die Sicht nicht behindert und die sichere Fahrzeugführung nicht beeinträchtigt.

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