Ein Kleinwagen passt oft gut, wenn Sie häufig durch enge Wohnstraßen fahren, in Parkhäusern rangieren und wenig Platz zum Parken haben. Neben der Länge zählen auch die Breite, die Sicht beim Rangieren und der Wendekreis. Er beschreibt, wie viel Platz das Auto für eine enge Kurve oder eine Wende braucht.
Überlegen Sie, was Sie regelmäßig transportieren und wo Sie fahren. Ein kleines Auto lässt sich oft leichter abstellen, bietet aber weniger Platz für Mitfahrende und Gepäck. Prüfen Sie deshalb Handlichkeit und Innenraum gemeinsam.
Wann ein Kleinwagen passt
Ein Kleinwagen eignet sich vor allem, wenn Sie häufig in dicht bebauten Vierteln unterwegs sind. Kleine Außenmaße helfen auf engen Straßen. Sie sind auch bei knappen Stellplätzen und schmalen Garageneinfahrten praktisch. Das gilt auch, wenn Sie mehrere Stopps hintereinander einlegen. Auch wer meist allein oder zu zweit fährt und selten viel Gepäck mitnimmt, kann mit einem kleinen Innenraum gut zurechtkommen.
Die Länge allein sagt jedoch wenig über die tatsächliche Handlichkeit aus. In einer ADAC-Auswertung zur Stadttauglichkeit erreichte etwa der Kia Picanto, Baujahr ab 2024, eine Länge von 3,605 Metern und einen Wendekreis von 9,4 Metern. Der Renault Twingo E-Tech Electric aus den Baujahren 2021 bis 2024 ist mit 3,615 Metern ähnlich lang, hat mit 8,6 Metern aber einen kleineren Wendekreis. Vergleichen Sie deshalb neben der Länge auch den Wendekreis. Die genannten Werte beziehen sich auf konkrete Modelle und Ausführungen, nicht auf alle Kleinwagen.
Wendigkeit und Maße prüfen
Ein kleiner Wendekreis hilft beim Wenden in schmalen Straßen und beim Rangieren auf engem Raum. Auch die Breite spielt eine Rolle, besonders wenn Sie regelmäßig durch enge Zufahrten fahren oder in einer schmalen Garage parken. Prüfen Sie dabei die Fahrzeugbreite einschließlich Außenspiegel. Manche Tabellen geben nur die Breite ohne Spiegel an.
Nehmen Sie bei der Probefahrt eine Strecke, die Ihrem Alltag ähnelt. Fahren Sie eine enge Kurve, wenden Sie in einer schmalen Straße und parken Sie in einer ähnlich engen Lücke wie zu Hause. So merken Sie, ob Sie das Auto gut einschätzen können und wie oft Sie beim Rangieren korrigieren müssen.
Sicht beim Rangieren prüfen
Bei einem kurzen Auto können Sie oft leichter einschätzen, wo es vorn und hinten endet. Gute Sicht ist damit aber nicht automatisch gewährleistet. Prüfen Sie vom Fahrersitz aus, wie gut Sie niedrige Hindernisse vor und hinter dem Auto erkennen und ob Sie beim Schulterblick den Verkehr neben dem Wagen sehen. Auch die Sicht auf Radfahrende beim Abbiegen gehört zur Stadtfahrt.
Der ADAC nennt die Maße des Toyota Aygo parkfreundlich. Zugleich weist er auf das kleine Heckfenster und die breite hintere Dachsäule hin, die die Sicht nach hinten einschränken. Eine Rückfahrkamera oder Parksensoren können beim Einparken helfen. Testen Sie trotzdem selbst, wie gut Sie die Umgebung erkennen, denn Assistenzsysteme ersetzen den Blick aus dem Auto nicht.
Parken im Alltag testen
Probieren Sie beim Händler oder während einer Probefahrt einen Stellplatz aus, der zu Ihren üblichen Parkbedingungen passt. Achten Sie darauf, ob Sie die Ecken des Autos gut einschätzen können und ob die Türen weit genug öffnen, um bequem ein- und auszusteigen. In einer engen Garage zählt außerdem, ob sich die Türen neben der Wand noch öffnen lassen.
Parkhilfen sind besonders nützlich, wenn die Sicht nach hinten eingeschränkt ist. Fragen Sie, ob die jeweilige Ausstattungsvariante eine Kamera und Sensoren hat, und testen Sie beides selbst. Der ADAC nennt für den kurzen Toyota Aygo einen Wendekreis von 10,8 Metern. Prüfen Sie deshalb auch diesen Wert.
Platz für Mitfahrende und Gepäck
Kleine Außenmaße gehen häufig mit weniger Platz im Fond und einem kleineren Kofferraum einher. Setzen Sie sich bei der Besichtigung auch auf die Rückbank und prüfen Sie, ob dort regelmäßig mitfahrende Personen ausreichend Platz haben. Nehmen Sie, wenn möglich, den Kinderwagen, die Einkaufstasche oder anderes häufig transportiertes Gepäck mit und testen Sie, ob es in den Kofferraum passt.
Bei manchen Modellen kommen Sie durch zusätzliche Türen leichter auf die Rückbank und können Gepäck leichter einladen. Trotzdem unterscheiden sich die Innenräume stark. Der ADAC maß beim Mitsubishi Space Star im Test 160 Liter Kofferraumvolumen mit aufgestellter Rückbank und 880 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. Diese Werte gelten für das getestete Modell und sind kein Durchschnitt für Kleinwagen.
Mit einem Kleinwagen können Sie auch längere Strecken fahren. Komfort, Rückbank und Stauraum hängen jedoch vom jeweiligen Modell ab. Wenn Sie regelmäßig mit mehreren Personen oder viel Gepäck unterwegs sind, prüfen Sie den Innenraum sorgfältig, statt allein nach der kleinsten Außenlänge zu entscheiden.
Kurze Wege sinnvoll einordnen
Für kurze Besorgungen und mehrere Stopps kann ein Kleinwagen praktisch sein, wenn Sie das Auto ohnehin benötigen und vor Ort parken können. Sehr kurze Wege sind aber nicht automatisch gute Autofahrten. Nach Angaben des Umweltbundesamts sind in deutschen Großstädten mehr als 40 Prozent der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. Auf dieser Entfernung kann das Fahrrad sogar das schnellste Verkehrsmittel sein.
Bei Autos mit Verbrennungsmotor kommt hinzu, dass der Kraftstoffverbrauch bei kaltem Motor besonders hoch ist. Wenn es für Ihren Weg passt, erledigen Sie sehr kurze Fahrten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Sie können auch mehrere Besorgungen zu einer längeren Fahrt zusammenfassen.