Wertverlust beim Auto: Der unterschätzte Kostenfaktor
Beim Autokauf denken die meisten zuerst an Kaufpreis, Versicherung und Sprit. Der größte Kostenfaktor ist aber der Wertverlust, also die Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis. Bei einem Neuwagen beginnt der Wertverlust mit der Zulassung und ist in den ersten Jahren am höchsten.
Wer den Wertverlust einplant, kauft besser. Der Wertverlust bestimmt mit, ob ein Auto über die Nutzungszeit günstig oder teuer ist. Bei Neuwagen fällt er anders aus als bei Gebrauchtwagen.
So funktioniert der Wertverlust
Wertverlust bedeutet: Ein Fahrzeug verliert mit jeder Nutzung an Wert. Sobald ein Auto zugelassen ist, sinkt sein Marktwert, auch wenn es nicht gefahren wird. Der Grund ist der Gebrauchtwagenmarkt: Käufer zahlen für ein Fahrzeug mit Vorbesitz weniger als für einen Neuwagen, weil sie das Risiko des weiteren Wertverlusts und mögliche Abnutzung übernehmen.
Die Rechnung ist einfach: Verkaufen Sie ein Auto nach drei Jahren für die Hälfte des Kaufpreises, dann ist der Wertverlust genau diese Differenz. Diese Summe ist ein realer Kostenfaktor, auch wenn keine Rechnung dafür kommt. Sichtbar wird der Verlust erst beim Verkauf.
Der Wertverlust im ersten Jahr
Neuwagen verlieren in den ersten zwölf Monaten nach der Erstzulassung am stärksten an Wert. Im Durchschnitt sinkt der Wert in diesem Zeitraum um 20 bis 25 Prozent des Listenpreises, je nach Marke und Modell. Bei speziellen Editionen oder hochpreisigen Ausstattungen kann der Verlust im ersten Jahr auf bis zu 33 Prozent steigen.
Nach drei Jahren ist das Fahrzeug meist nur noch etwa die Hälfte wert. Der Wertverlust liegt dann bei bis zu 50 Prozent des ursprünglichen Preises. Das sind Durchschnittswerte. Manche Modelle halten ihren Wert besser, andere verlieren schneller. Wichtig ist: Der größte Teil des Verlusts fällt in den ersten Jahren an.
Geringerer Wertverlust bei Gebrauchtwagen
Bei Gebrauchtwagen fällt der Wertverlust pro Jahr geringer aus, weil der größte Teil des Wertverlusts schon vorbei ist. Ein Auto, das schon fünf Jahre alt ist, verliert in den folgenden Jahren prozentual weniger als ein Neuwagen im ersten Jahr. Der absolute Verlust in Euro ist auch kleiner, weil der Ausgangswert niedriger liegt.
Für Käufer heißt das: Ein Gebrauchtwagen ist über die Haltedauer oft günstiger, auch wenn der Kaufpreis auf den ersten Blick hoch wirkt. Der Neuwagenkäufer trägt den hohen Wertverlust am Anfang selbst, der Gebrauchtwagenkäufer profitiert davon, dass ein Vorbesitzer den Verlust schon getragen hat. Wer ein Auto nur wenige Jahre fahren will, fährt mit einem Gebrauchtwagen meist günstiger.
Diese Faktoren bestimmen den Restwert
Nicht jedes Auto verliert gleich schnell an Wert. Der Restwert, also der Wert, den das Auto beim Verkauf noch hat, hängt von mehreren Faktoren ab, die Sie vor dem Kauf prüfen können.
Unfallschäden senken den Wert stark, selbst wenn sie fachgerecht repariert wurden. Auch der Kilometerstand zählt: Je mehr Kilometer ein Auto gelaufen ist, desto niedriger ist der Verkaufspreis. Marke und Modell spielen ebenfalls eine Rolle. Manche Hersteller haben einen Ruf für langlebige Autos, was sich im Gebrauchtwagenpreis zeigt.
Um ein konkretes Auto einzuschätzen, vergleichen Sie den durchschnittlichen Wertverlust pro Jahr und Kilometer für das jeweilige Modell. Diese Werte unterscheiden sich stark zwischen den Modellen. Auch eine gepflegte, nachvollziehbare Historie mit regelmäßiger Wartung erhöht den Restwert.
So halten Sie den Wertverlust klein
Den Wertverlust können Sie nicht verhindern, aber begrenzen. Die richtige Pflege zahlt sich beim Verkauf aus: Ein gepflegtes Auto mit vollständiger Wartungshistorie erzielt einen höheren Preis als ein vergleichbares mit sichtbaren Mängeln. Auch der Verkaufszeitpunkt spielt eine Rolle. Wer sein Auto zu einem günstigen Zeitpunkt verkauft, etwa bevor größere Wartungsarbeiten anstehen, bekommt meist einen besseren Preis.
Eine Alternative zum Kauf ist Leasing. Beim Leasing zahlen Sie die Nutzung des Autos, nicht den vollen Kaufpreis, und der Wertverlust ist in der Leasingrate eingerechnet. Das ist besonders bei Elektroautos praktisch, weil der Hersteller den Restwert selbst berechnet und Sie das Risiko eines hohen Wertverlusts nicht allein tragen.