Stellplatz und Garage: Die versteckten Parkkosten beim Autokauf
Beim Autokauf rechnen die meisten mit Kaufpreis, Versicherung, Sprit und Steuer. Den Stellplatz lassen sie dabei meist aus. Dabei ist er eine feste monatliche Ausgabe. Je nach Region und Stellplatzart sind das mehrere hundert Euro im Jahr. Wer ihn ignoriert, unterschätzt die Gesamtkosten des Autos.
Sie können die Parkkosten vor dem Kauf abschätzen. Drei Größen entscheiden: die monatliche Miete oder der Kaufpreis des Stellplatzes, die üblichen Preise in Ihrer Gegend und die geplante Nutzungsdauer des Autos. Daraus ergibt sich, ob Sie mieten oder kaufen und was das Auto tatsächlich kostet.
Was ein Stellplatz im Monat kostet
Für einen Einstellplatz, also einen überdachten oder abschließbaren Abstellplatz, zahlen Autobesitzer in Deutschland im Schnitt 82 Euro pro Monat. Das ergab eine Auswertung des Portals einstellplatz.info aus dem Januar 2026. Die Preise liegen je nach Region, Größe und Ausstattung sehr weit auseinander. In Österreich liegt der Durchschnitt bei 74 Euro, in der Schweiz bei 116 Euro.
Die Auswertung bezieht sich allerdings auf Einstellplätze für Wohnmobile, Caravans, Oldtimer und Boote. Für einen normalen Pkw können die Preise anders ausfallen, weil ein einfacher Stellplatz weniger Platz braucht und keine besondere Ausstattung verlangt. Die Zahlen helfen trotzdem einzuschätzen, in welcher Größenordnung sich Parkkosten bewegen. Sie zeigen auch, wie stark die Preise zwischen den Regionen schwanken.
Warum der Parkplatz ins Budget gehört
Die monatliche Miete für einen Stellplatz wirkt klein, summiert sich aber schnell. Schon bei einem mittleren Monatsbetrag kommen über die Jahre beträchtliche Summen zusammen, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Ein Auto verteuert sich dadurch spürbar, wenn Sie die Parkkosten über die Nutzungsdauer mitrechnen.
Wer den Stellplatz kauft statt mietet, verschiebt die Kosten nur. Der Kaufpreis hängt stark von Stadt und Lage ab und liegt in Großstädten deutlich über der Jahresmiete. Dafür entfällt die monatliche Belastung. Ob sich der Kauf lohnt, können Sie mit einer einfachen Rechnung klären: Teilen Sie den Kaufpreis durch die Jahresmiete. Das Ergebnis ist die Zahl der Jahre, bis sich der Kauf gegenüber der Miete rechnet. Liegt diese Zahl über Ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer, ist Mieten günstiger.
Garage, Stellplatz oder Straße
Die Art des Stellplatzes bestimmt nicht nur den Preis, sondern auch, was das Auto übersteht. Eine Garage schützt vor Regen, Hagel, Frost und Vandalismus. Ein offener Stellplatz oder das Parken auf der Straße spart Geld, setzt das Auto aber dem Wetter aus. Manche Versicherer belohnen einen Garagenplatz mit einem günstigeren Tarif, weil das Risiko von Schäden sinkt. Die Höhe des Rabatts hängt vom Anbieter ab. Ein Vergleich lohnt sich.
Wer in einer Innenstadt wohnt, hat oft keine Wahl. Ein eigener Stellplatz ist Mangelware. Das Parken auf der Straße kostet entweder Anwohnerparkgebühren oder Zeit für die Parkplatzsuche. Beides ist schwer in Euro zu beziffern, gehört aber zu den versteckten Kosten des Autos.
So rechnen Sie Ihre Parkkosten aus
Bevor Sie ein Auto kaufen, sollten Sie den Parkplatz in Ihre Rechnung aufnehmen. Drei Schritte helfen:
- Prüfen Sie, ob an Ihrem Wohnort ein Stellplatz frei ist und was er kostet. Fragen Sie bei Vermietern, Hausverwaltungen oder in Anzeigen nach den üblichen Preisen für Ihre Gegend.
- Vergleichen Sie Miete und Kauf, indem Sie den Kaufpreis eines Stellplatzes durch die Jahresmiete teilen. So sehen Sie, nach wie vielen Jahren sich der Kauf lohnt.
- Rechnen Sie die monatlichen Kosten auf die geplante Nutzungsdauer des Autos hoch. Ein Auto, das Sie acht Jahre fahren, verursacht bei 82 Euro Monatsmiete über die Jahre eine beträchtliche Summe Parkkosten.
Diese Rechnung funktioniert für jede Art von Stellplatz. Entscheidend ist, dass Sie die laufenden Kosten als feste monatliche Ausgabe behandeln, wie Versicherung oder Sprit.
Parkplatz und Elektroauto
Beim Elektroauto entscheidet der Stellplatz über einen großen Teil der laufenden Kosten. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung werden rund 80 Prozent der Elektroautos zu Hause geladen, überwiegend an Einfamilienhäusern. Wer eine Garage oder einen eigenen Stellplatz mit Wallbox hat, lädt günstig über Nacht. Wer auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, zahlt pro Kilowattstunde deutlich mehr. Ein fehlender eigener Stellplatz macht ein Elektroauto also nicht nur beim Kauf, sondern auch im Betrieb teurer.