Ölflecken und Flüssigkeitsverlust beim Autokauf erkennen
Ein Fleck unter dem Motor ist beim Gebrauchtwagenkauf eines der deutlichsten Warnsignale. Flüssigkeitsverlust kann auf verschlissene Dichtungen, eine defekte Wasserpumpe oder ein Leck im Motorblock hinweisen. Im schlimmsten Fall droht ein Motorschaden. Die meisten dieser Spuren prüfen Sie vor der Unterschrift selbst, ohne Spezialwerkzeug.
Warum Ölverlust ein Warnsignal ist
Motoröl hat im Motor mehrere Aufgaben. Es legt einen Film auf die beweglichen Teile, damit sie sich nicht abnutzen. Es führt Wärme ab, schützt vor Korrosion und hält den Motor innen sauber. Verliert der Motor Öl, fehlt dieser Schutz an den betroffenen Stellen. Ein Schmierstoffmangel ist für den Motor gefährlich, weil die Teile dann trocken aufeinander reiben und überhitzen können.
Ein einzelner Tropfen nach einer langen Fahrt ist noch kein Grund zur Sorge. Bildet sich aber regelmäßig ein Fleck unter dem Auto, sollten Sie die Ursache klären, bevor Sie kaufen. Der häufigste Ölverlust entsteht direkt am Motorblock durch undichte Stellen, etwa an Dichtungen oder Anschlüssen.
Die Stelle unter dem Auto prüfen
Die Position des Flecks gibt einen ersten Hinweis auf die Quelle. Verliert das Auto vorne rechts Flüssigkeit, kann die Wasserpumpe undicht sein. Es kann aber auch Wischwasser sein, das aus einem undichten Schlauch oder der Scheinwerferreinigungsanlage austritt. Wischwasser ist harmlos, ein defekter Wasserpumpenschlauch dagegen nicht.
Legen Sie sich vor dem Kauf auf den Boden oder leuchten Sie mit einer Taschenlampe unter das Fahrzeug. Achten Sie darauf, wo der Fleck liegt: vorne unter dem Motor, mittig unter dem Getriebe oder weiter hinten. Ein frischer Fleck auf dem Parkplatz sagt mehr aus als ein alter, eingetrockneter. An Farbe und Konsistenz erkennen Sie, um welche Flüssigkeit es sich handelt.
Was die Flüssigkeit verrät
Die Farbe und der Geruch helfen, die Flüssigkeit einzuordnen. Motoröl ist dunkel und ölig, Kühlwasser ist gefärbt und dünnflüssig, Wischwasser riecht nach Reinigungsmittel. Bremsflüssigkeit ist ebenfalls dünn und hat einen scharfen, leicht stechenden Geruch. Wenn Sie unsicher sind, tupfen Sie etwas von der Flüssigkeit mit einem weißen Tuch auf. So sehen Sie die Farbe besser, und der Geruch tritt deutlicher hervor.
Ein dunkler, öliger Fleck deutet auf Motoröl hin und sollte immer ernst genommen werden. Eine gefärbte, wässrige Flüssigkeit weist auf Kühlwasser hin, das aus dem Kühler, einem Schlauch oder der Wasserpumpe austreten kann. Nur wenn der Fleck klar nach Wischwasser aussieht, können Sie ihn getrost ignorieren.
So gehen Sie bei einem Leck vor
Wenn Sie einen Fleck entdecken, prüfen Sie zuerst die Kühlwassertemperaturanzeige. Steht sie auf Rot, droht ein Motorschaden, entweder weil der Kühlwasserstand zu niedrig ist oder weil zu wenig Öl im Motor ist. In diesem Fall sollten Sie das Fahrzeug nicht weiterfahren und den Verkäufer auf den Mangel ansprechen.
Kontrollieren Sie außerdem den Ölstand mit dem Messstab. Der Motor sollte dafür aus sein und das Auto auf ebener Fläche stehen. Liegt der Stand deutlich unter der Markierung, ist der Ölverlust ernst. Fragen Sie den Verkäufer, ob er das Fahrzeug regelmäßig nachfüllen musste. Die Antwort sagt Ihnen, ob das Leck schon länger besteht und wie viel Öl der Motor tatsächlich verbraucht.
Die Probefahrt für den Check nutzen
Eine Probefahrt ist der beste Moment, um Flüssigkeitsverlust zu beobachten. Fahren Sie das Auto einige Kilometer, auch über Landstraße, damit der Motor warm wird. Stellen Sie es danach auf einem sauberen, trockenen Parkplatz ab und schauen Sie nach ein paar Minuten, ob sich ein Fleck bildet. Ein warmer Motor zeigt Lecks oft deutlicher als ein kalter. Bei Wärme dehnen sich Dichtungen aus und Flüssigkeiten werden dünnflüssiger.
Nehmen Sie sich bei der Besichtigung Zeit und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein Verkäufer, der auf eine schnelle Entscheidung drängt, hat dafür oft einen Grund. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Fleck harmlos ist, holen Sie eine zweite Meinung ein, etwa von einer Werkstatt. Ein Sachverständiger kann die Leckstelle genau benennen und die Reparaturkosten schätzen.