Fensterheber und Zentralverriegelung beim Autokauf testen
Beim Gebrauchtwagenkauf prüfen Sie Motor, Bremsen und Reifen, aber Fensterheber und Zentralverriegelung fallen oft durchs Raster, obwohl sie zu den häufigsten Verschleißteilen gehören. Ein fünfminütiger Funktionstest zeigt, ob eine teure Reparatur droht, und gibt Ihnen ein Argument für die Preisverhandlung.
Warum Fensterheber und Zentralverriegelung wichtig sind
Fensterheber und Zentralverriegelung sind Komfortausstattung, aber sie haben auch Sicherheitsfunktionen. Ein Fenster, das sich nicht mehr schließen lässt, macht das Auto bei Regen unbrauchbar und zieht Diebe an. Eine Tür, die nicht zentral verriegelt, lässt sich von außen öffnen. Umgekehrt kann eine defekte Verriegelung Sie aussperren, wenn der Stellmotor, also der kleine Elektromotor im Türschloss, den Schließzylinder blockiert.
Beide Systeme verschleißen mit der Zeit. Bei Fensterhebern bricht häufig das Seil im Inneren der Tür, bei der Zentralverriegelung geben die kleinen Elektromotoren in den Türen nach. Die Reparatur kostet je nach Modell und Werkstatt schnell mehrere hundert Euro, weil die Türverkleidung abgebaut werden muss.
Fensterheber prüfen
Schalten Sie die Zündung ein, sonst reagieren viele Modelle nicht. Testen Sie dann jedes Fenster zweimal: einmal über den Schalter an der Fahrertür und einmal über den Schalter an der jeweiligen Tür. Die beiden Schalter sind getrennt verkabelt, ein Defekt kann also nur einen von beiden betreffen. Ein Fenster, das sich nur über den Türschalter, aber nicht über den Fahrerschalter bewegt, deutet auf einen defekten Schalter oder eine kaputte Leitung hin.
Lassen Sie jedes Fenster einmal ganz auf und wieder zufahren. Achten Sie auf gleichmäßige Geschwindigkeit. Ruckelt das Fenster, knirscht es oder bleibt es kurz stehen, ist der Mechanismus verschlissen. Ein quietschendes Geräusch deutet auf trockene Führungsschienen hin, ein Schleifgeräusch auf ein Problem mit dem Seilzug.
Prüfen Sie die Komfortfunktion, falls vorhanden: Einmal kurz drücken und das Fenster fährt selbstständig ganz auf oder zu. Bei dieser Funktion muss auch der Einklemmschutz funktionieren. Legen Sie zum Test ein zusammengerolltes Magazin oder ein Stück Karton in die Fensteröffnung und lassen Sie das Fenster schließen. Es muss beim Kontakt sofort stoppen und wieder zurückfahren. Ein Fenster ohne funktionierenden Einklemmschutz ist gefährlich, wenn Kinder im Auto mitfahren.
Zum Schluss prüfen Sie, ob das Fenster oben sauber abschließt. Fahren Sie es ganz zu und fassen Sie an die Dichtung. Ein Spalt bedeutet Windgeräusche bei der Fahrt und eindringendes Wasser bei Regen. Auch die Gummilippen selbst sollten nicht rissig oder porös sein. Bei älteren oder einfacher ausgestatteten Modellen mit Handkurbel dreht sich die Kurbel leichtgängig und ohne Wackeln.
Zentralverriegelung prüfen
Schließen Sie das Auto auf drei Arten auf und zu: mit der Fernbedienung, mit dem Schlüssel im Türschloss und mit dem Verriegelungsknopf im Innenraum. Bei jeder Aktion müssen alle Türen hörbar einrasten. Stellen Sie sich neben das Auto und achten Sie auf das Klicken an jeder Tür. Eine Tür, die nicht mitrastet, hat einen defekten Stellmotor. Drehen Sie den Schlüssel in beiden vorderen Türschlössern, sofern vorhanden. Er muss leichtgängig drehen, ohne zu klemmen.
Prüfen Sie auch Kofferraum und Tankklappe, sofern sie an die Zentralverriegelung angeschlossen sind. Bei vielen Modellen lassen sie sich nur entriegeln, wenn das Auto offen ist. Ein Kofferraum, der sich trotz entriegeltem Auto nicht öffnen lässt, weist auf ein Problem mit dem Schloss oder dem Bowdenzug (dem Drahtseil, das das Schloss entriegelt) hin.
Testen Sie die Kindersicherung an den hinteren Türen. Sie sitzt meist als kleiner Hebel oder Schalter an der Türkante und lässt sich nur bei geöffneter Tür bedienen. Schalten Sie sie ein und versuchen Sie, die Tür von innen zu öffnen. Sie muss geschlossen bleiben. Danach schalten Sie sie wieder aus, sonst lassen sich die hinteren Türen von innen nicht mehr öffnen.
Achten Sie bei der Fernbedienung auf die Reichweite. Funktioniert sie nur aus wenigen Metern Entfernung, ist meist nur die Batterie schwach. Reagiert sie gar nicht, kann der Empfänger defekt sein. Eine schwache Batterie in der Fernbedienung ist kein Kaufhindernis, ein defekter Empfänger schon.
Defekte bewerten
Nicht jeder Defekt wiegt gleich schwer. Eine schwache Batterie in der Fernbedienung oder ein verschlissener Schalter sind günstig zu beheben. Ein gebrochener Seilzug im Fensterheber oder ein defekter Stellmotor in der Tür erfordert den Ausbau der Türverkleidung und kostet entsprechend mehr.
Wenn Sie einen Defekt finden, holen Sie vor dem Kauf einen Kostenvoranschlag ein und nutzen Sie ihn als Argument für den Preisnachlass. Ein Auto mit zwei funktionierenden und zwei defekten Fensterhebern ist kein Totalschaden, aber der Reparaturaufwand gehört in die Verhandlung. Wiederholen Sie den Test bei der Probefahrt. Auf unebenem Untergrund oder bei geöffnetem Fenster hören Sie Geräusche, die auf dem Parkplatz nicht auffallen. Ein Fenster, das bei voller Fahrt von selbst ein Stück nach unten rutscht, hat einen defekten Haltermechanismus.