Das perfekte Stadtauto: Worauf es beim Kauf ankommt
Stadtbewohner brauchen beim Autokauf andere Eigenschaften als Landbewohner. Höchstgeschwindigkeit und Kofferraumvolumen sind weniger wichtig. Wichtig ist, dass das Auto in enge Parklücken passt und sich in schmalen Straßen gut lenken lässt. Für kurze Wege muss es ebenfalls geeignet sein. Ein gutes Stadtauto ist klein, wendig und übersichtlich. Es verträgt den Alltag aus kurzen Fahrten, ohne dass der Motor darunter leidet.
Wendekreis und Fahrzeuggröße
Autos werden seit Jahren immer größer, breiter und länger. Das bringt mehr Komfort und Platz, aber in der Stadt wird genau das zum Problem. Ein breites Auto passt nicht in jede Parklücke. Ein langes Auto passt nicht in jede Lücke zwischen zwei Fahrzeugen. In engen Altstadtgassen wird jede Rangierbewegung zur Geduldsprobe.
Der wichtigste Wert ist der Wendekreis. Er gibt an, wie eng das Auto einen Bogen fahren kann, ohne dass die Räder durchdrehen oder der Bordstein im Weg ist. Je kleiner der Wendekreis, desto einfacher lassen sich enge Kurven, Einfahrten und Parkmanöver bewältigen. Ein kompaktes Auto wie der Fiat 500 zeigt, wie das in der Praxis aussieht: Er ist kurz, schmal und hat einen kleinen Wendekreis. Deshalb lässt er sich auch in engen Innenstädten leicht lenken. Wer regelmäßig in engen Tiefgaragen oder verwinkelten Wohnvierteln unterwegs ist, sollte beim Kauf auf diesen Wert achten und nicht nur auf die reine Fahrzeuglänge schauen.
Rundumsicht und Parkhilfen
Beim Parken in der Stadt zählt nicht nur die Größe des Autos, sondern auch, wie gut man die Umgebung sehen kann. Eine hohe Sitzposition, große Fensterflächen und dünne A-Säulen (die Streben zwischen Windschutzscheibe und Seitenscheiben) sind wichtig. Wer beim Einparken ständig nach vorne und hinten klettern muss, weil die Karosserie die Sicht versperrt, verliert Zeit und Nerven.
Einparkhilfen wie Sensoren oder eine Rückfahrkamera sind bei Stadtautos fast schon Pflicht, weil sie die fehlende Sicht nach hinten ausgleichen. Sie ersetzen aber keine gute Rundumsicht. Ein Auto, das sich mit einem Blick über die Schulter und über die Motorhaube einschätzen lässt, ist im Alltag angenehmer als eines, das nur mit Kameras und Pieptönen zu manövrieren ist. Wer häufig in engen Lücken parkt, sollte vor dem Kauf eine Probefahrt machen und dabei bewusst eine schwierige Parklücke ansteuern, statt nur geradeaus zu fahren.
Kurzstrecken und der Motor
Im Stadtalltag sind die meisten Fahrten kurz: zum Supermarkt, zur Schule, zur Arbeit. Genau diese Fahrten sind für Verbrennungsmotoren ein Problem. Auf kurzen Distanzen wird der Motor nicht richtig warm, weil er seine Betriebstemperatur nicht erreicht. Das hat Folgen. Das Öl verdünnt sich durch Kondenswasser, der Motor verschleißt schneller. Außerdem steigt der Kraftstoffverbrauch, weil der Motor im Kaltlauf mehr Sprit braucht.
Ab welcher Distanz eine Fahrt als Kurzstrecke gilt, lässt sich nicht pauschal sagen. Als Faustregel gilt: Wer Strecken unter etwa zehn Kilometern fährt und den Motor danach wieder abstellt, bewegt sich im Kurzstreckenbereich. Bei einem Benziner ist das weniger schädlich als bei einem Diesel. Ein Diesel braucht noch länger, um warm zu werden, und seine Abgasreinigung arbeitet bei niedrigen Temperaturen schlechter. Ein Elektroauto kennt dieses Problem nicht, weil es keinen Verbrennungsmotor hat, der aufwärmen muss. Wer also fast ausschließlich kurze Strecken in der Stadt fährt, sollte ein E-Auto oder zumindest einen Benziner in Betracht ziehen und einen Diesel meiden.