Erster Autokauf: Checkliste
Der erste eigene Autokauf ist für viele die größte Anschaffung nach Ausbildung oder Studium. Wer einen Gebrauchtwagen kauft, sollte ihn vorher besichtigen und Probefahren. Ein Kauf ungesehen endet häufig mit bösen Überraschungen. Sie müssen entscheiden, was Sie brauchen, und am Ende die Fahrzeugpapiere übergeben.
Bedarf klären: Was soll das Auto können?
Bevor Sie Modelle vergleichen, legen Sie fest, wofür Sie das Auto tatsächlich nutzen. Fragen Sie sich: Wie häufig fahren Sie? Wie viele Kilometer pro Jahr? Fahren Sie überwiegend in der Stadt oder auf Landstraßen? Wer täglich viele Kilometer zur Arbeit pendelt, braucht ein anderes Auto als jemand, der nur am Wochenende einkaufen fährt.
Auch die Rahmenbedingungen zählen: Gibt es einen Parkplatz oder eine Garage? Müssen Kinder- oder Hundeboxen transportiert werden? Kommt eine Anhängerkupplung in Frage? Aus diesen Antworten ergibt sich die Fahrzeugklasse: Kleinwagen, Kompaktwagen oder Kombi. Notieren Sie sich Ihre drei wichtigsten Anforderungen und halten Sie daran fest, wenn Sie Angebote sichten.
Budget festlegen: Kaufpreis plus laufende Kosten
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Zu den laufenden Kosten gehören Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff, Wartung und Verschleißteile wie Reifen und Bremsen. Ein günstiger Gebrauchtwagen kann teuer werden, wenn er häufig in die Werkstatt muss. Rechnen Sie deshalb einen Puffer für unerwartete Reparaturen ein.
Kaufwege: Privat, Händler oder Vertragshändler
Es gibt drei Wege, einen Gebrauchtwagen zu kaufen: von privat, beim freien Gebrauchtwagenhändler oder beim Vertragshändler einer Marke. Private Verkäufer bieten oft die niedrigsten Preise, dafür fehlt die gesetzliche Gewährleistung. Der Kauf gilt als "gekauft wie gesehen". Versteckte Mängel müssen Sie im Zweifel selbst tragen.
Beim Gebrauchtwagenhändler erhalten Sie in der Regel eine Gewährleistung von mindestens einem Jahr. Der Preis liegt entsprechend höher. Vertragshändler einer Marke verkaufen oft geprüfte Fahrzeuge mit Herstellergarantie. Dafür verlangen sie den höchsten Preis. Für den ersten Autokauf ist der freie Händler ein guter Kompromiss, weil Sie Schutz und bezahlbare Preise kombinieren.
Besichtigung und Probefahrt
Planen Sie für die Besichtigung ausreichend Zeit und gehen Sie bei Tageslicht hin. Prüfen Sie den Zustand von Reifen, Bremsen und Unterboden auf Rost. Achten Sie auf Öl- oder Kühlwasserspuren unter dem Fahrzeug. Kontrollieren Sie die Karosserie auf Beulen und unterschiedliche Lacktöne. Diese können auf einen Unfall hindeuten. Der ADAC stellt eine ausführliche Gebrauchtwagen-Checkliste bereit, mit der Sie nichts Wichtiges übersehen.
Die Probefahrt ist ein Muss. Fahren Sie Stadtverkehr und Landstraße. Testen Sie Bremsen, Lenkung, Schaltung und alle elektrischen Funktionen wie Fensterheber und Klimaanlage. Hören Sie auf ungewöhnliche Geräusche vom Motor oder Fahrwerk. Lassen Sie sich vom Verkäufer nicht unter Druck setzen, auch wenn er von anderen Interessenten spricht. Wer sich hetzen lässt, übersieht schnell Mängel.
Papiere prüfen: Zulassungsbescheinigung und Serviceheft
Vor der Unterschrift prüfen Sie alle Fahrzeugpapiere. Dazu gehören die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, die letzte TÜV-Bescheinigung und das Serviceheft. Vergleichen Sie die Fahrgestellnummer im Papier mit der im Fahrzeug eingestempelten Nummer. Sie muss übereinstimmen. Auch der Kilometerstand sollte plausibel sein. Ein Auto mit zehn Jahren und sehr wenigen Kilometern ist ungewöhnlich. Hier lohnt ein Blick auf die Serviceintervalle im Heft.
Manipulierte Tachos und gefälschte Papiere sind bekannte Fallstricke beim Gebrauchtwagenkauf. Wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, etwa ein fehlendes Serviceheft oder Unstimmigkeiten bei den Daten, brechen Sie den Kauf ab. Ein seriöser Verkäufer hat nichts zu verbergen.
Kaufvertrag und Übergabe
Schließen Sie den Kauf schriftlich ab und dokumentieren Sie alle vereinbarten Mängel im Vertrag. Formulierungen wie "gekauft wie gesehen" schränken Ihre Rechte ein. Bei einem Händler bleibt die Gewährleistung trotzdem bestehen. Bei privaten Käufen sollten Sie den Vertrag mit Datum, Namen, Fahrzeugdaten und Kaufpreis sauber ausfüllen und beide Parteien unterschreiben lassen.
Zur Übergabe gehören der Fahrzeugschlüssel, beide Zulassungsbescheinigungen, das Serviceheft und die TÜV-Unterlagen. Klären Sie vorher, ob das Auto noch angemeldet ist oder Sie ein Kurzzeitkennzeichen benötigen. Die Kfz-Versicherung sollten Sie vor der Übergabe abschließen, damit Sie das Fahrzeug direkt anmelden und losfahren können. Prüfen Sie bei der Übergabe noch einmal, ob das Auto dem Vertrag entspricht und alle vereinbarten Extras vorhanden sind.