Autokauf: Diese versteckten Nebenkosten sollten Sie einplanen
Wer ein Auto kauft, schaut zuerst auf den Kaufpreis. Doch der ist nur ein Teil der Kosten. Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparaturen und vor allem der Wertverlust kommen über die Jahre hinzu. Sie können den Kaufpreis deutlich übersteigen. Wer diese Nebenkosten vor dem Kauf einplant, vermeidet böse Überraschungen und findet das Fahrzeug, das ins Budget passt.
Wertverlust einplanen
Der Wertverlust beginnt am ersten Tag nach dem Kauf. Laut ADAC-Experten ist er der größte einzelne Kostenfaktor beim Autofahren. Ein Neuwagen verliert in den ersten Jahren besonders stark an Wert, oft ein Drittel oder mehr innerhalb der ersten drei Jahre. Auch Gebrauchtwagen verlieren weiter an Wert, nur langsamer.
Für die Kaufentscheidung gilt: Wer den Wertverlust einplant, sollte den Anschaffungspreis und den zu erwartenden Wiederverkaufswert beachten. Modelle mit hoher Nachfrage und gutem Ruf halten ihren Wert besser. Vor dem Kauf lohnt es sich, Restwertprognosen zu vergleichen. Sie stehen zum Beispiel in Fachzeitschriften oder bei Gebrauchtwagenbörsen.
Versicherung und Steuer prüfen
Die Kfz-Versicherung kostet je nach Modell deutlich unterschiedlich. Versicherer stufen Fahrzeuge in Typklassen ein. Diese richten sich nach Schadenshäufigkeit und Reparaturkosten. Ein sportliches oder teures Modell landet häufig in einer höheren Typklasse und verursacht entsprechend höhere Beiträge. Auch die Regionalklasse beeinflusst den Preis. Sie richtet sich nach dem Zulassungsort.
Die Kfz-Steuer hängt von Hubraum, Kraftstoffart und CO2-Ausstoß ab. Elektroautos sind derzeit von der Steuer befreit. Für die Zeit danach ist eine reduzierte Steuer vorgesehen. Benziner und Diesel werden unterschiedlich besteuert.
Vor dem Kauf sollten Sie für jedes in Frage kommende Modell einen Versicherungsbeitrag einholen und die Steuer berechnen. Die Rechner der Versicherer und die Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums liefern dafür schnelle Ergebnisse. Ein Modell, das im Kaufpreis günstig erscheint, kann bei Versicherung und Steuer teurer sein. Dann gleicht das den niedrigeren Kaufpreis wieder aus.
Wartung und Reparaturen einplanen
Neben den festen Kosten fallen laufende Ausgaben für Wartung und Reparaturen an. Inspektionen, Ölwechsel, Bremsen und Reifen summieren sich über die Jahre. Die Intervalle und Kosten hängen stark vom Fahrzeugtyp ab. Ein Kleinwagen ist in der Regel günstiger zu warten als eine Oberklasse-Limousine. Ein Elektroauto braucht weniger Verschleißteile als ein Verbrenner, dafür sind spezielle Werkstattarbeiten teurer.
Eine Faustregel aus der Praxis: Legen Sie pro Monat einen festen Betrag für Wartung und Reparaturen zurück, auch wenn Sie ihn nicht immer ausgeben. So haben Sie Rücklagen, wenn eine größere Reparatur ansteht. Bei einem älteren Gebrauchtwagen sollten Sie den Rücklagenbetrag höher ansetzen als bei einem Neuwagen mit Garantie.
Gesamtkosten pro Monat berechnen
Die einfachste Methode, alle Kosten zu erfassen, ist eine monatliche Gesamtrechnung. Addieren Sie Kaufpreis (über die geplante Haltedauer verteilt), Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und Reparaturen sowie Kraftstoff oder Strom. Diese Rechnung zeigt, was das Auto wirklich pro Monat kostet.
Der ADAC bietet mit seinem Autokosten-Check ein Werkzeug, das genau diese Rechnung für rund 1200 aktuelle Modelle durchführt. Es berücksichtigt alle Kosten von Versicherung bis Wertverlust und liefert einen Vergleichswert pro Kilometer oder Monat. Damit lässt sich vor dem Kauf prüfen, ob ein Modell ins Budget passt oder ob ein anderes günstiger ist.
Der Kaufpreis macht laut Experten von Autoclubs nur 50 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Das zeigt, wie viel Gewicht die laufenden Kosten haben. Wer nur den Kaufpreis vergleicht, lässt fast die Hälfte der tatsächlichen Kosten außer Acht.